Aktualisiert 18.05.2005 18:04

«Aktionäre sollten über die Managerlöhne entscheiden»

Die Reallöhne stagnieren, während Managersaläre in den Himmel wachsen: Der Bestverdiener erhält 426-mal so viel wie der Durchschnitt.

Im vergangenen Jahr erhielt UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel ein Salär von 21,3 Millionen Franken. Damit belegte er die Spitze unter den zehn bestverdienenden Schweizer Konzernmanagern, die zusammen 105 Millionen Franken einstreichen konnten.

Die grösste Lohnerhöhung durfte Walter Kielholz, VR-Präsident der Credit Suisse, nach Hause tragen. Verglichen mit dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von knapp 50 000 Franken und einem Reallohnzuwachs von 0,1 Prozent im letzten Jahr werden die Managerlöhne immer häufiger zum Stein des Anstosses.

Aber die Höhe der Saläre sei nicht nur ein moralisches, sondern auch ein wirtschaftliches Problem, erklärt Dominique Biedermann, Direktor der Anlagestiftung Ethos in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung». Die Aktionäre und nicht der Verwaltungsrat sollten über die Höhe der Managerlöhne entscheiden. Denn letztlich bezahlten die Aktionäre ja auch die Gehälter, erklärt Biedermann.

(SDA/wil)

Transparente Chef-Saläre

In Deutschland müssen die Manager in Zukunft ihre Gehälter offen legen: Laut einem gestern beschlossenen Gesetzestext müssen börsenkotierte Unternehmen für jedes einzelne Vorstandsmitglied die gesamten Bezüge angeben.

Ein Schlupfloch bleibt den Managern allerdings: Die Aktionäre können den Vorstand von dieser Informationspflicht befreien.

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