Aktives Networking als Erfolgsformel

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Aktives Networking als Erfolgsformel

Business in der Provinz. Es überlebt nur, wer sich ein Netzwerk konstruiert. Eva Schiess (48) spannt deshalb mit dem lokalen Gewerbe zusammen.

An der Kantonsgrenze zwischen Zug und Zürich gelegen, ist Knonau zwar ein aufstrebender Ort, ohne aber die ländliche Idylle verleugnen zu können. Mutig ist, wer in diesem verschlafenen Nest einen Weinhandel aufzieht. Die grossen Einkaufszentren liegen in nächster Umgebung, Knonau als Einkaufsort oft nur dann ein Thema, wenn beim Grosseinkauf etwas vergessen gegangen ist.

Eva Schiess glaubt dennoch an eine geschäftliche Existenz nahe der Stadt und doch auf dem Land. «Im Dorf können wir das gemütliche Zusammensein eher kultivieren als in der anonymen Grossstadt». Damit spricht sie auf die freitägliche Apéro-Runde an, welche eine inzwischen treue Gästeschar anzieht.

Damit ist es allerdings nicht getan, denn schlussendlich sollen auch Weine verkauft werden. Eva Schiess pflegt ein kleines, aber feines Sortiment – und kann zu jedem Wein eine Geschichte erzählen. Dazu kommt, dass die Ladenbetreiber in Knonau konsequent mit- statt gegeneinander arbeiten. So kommt der Blumenschmuck der Weinhandlung vom Blumenladen vis-à-vis. Und wenn es darum geht, floristische Kreationen perfekt ins Bild zu setzen, sind gemeinsame Events zur fest verankerten Dorfkultur geworden. Das Netz von Beziehungen ist das eine, die Mund zu Mund Propaganda das andere.

«Der Gast sucht heute nicht nur eine perfekte Beratung, sondern auch den zwischenmenschlichen As pekt». Für Eva Schiess spricht, dass sie sich ihr Netzwerk schon vor der Eröffnung der Weinhandlung in Knonau gesponnen hatte. «Es ist mir sicherlich entgegengekommen, dass ich zuvor ein Restaurant geführt habe». Die Gäste von damals sind auch die Gäste von heute. Ihre Gästekartei verwaltet sie sorgfältig, die Website ist immer auf dem neusten Stand.

Der Teufel liege auch im Detail, sagt die Weinliebhaberin. Nur ein zufriedener Kunde ist einer, der wieder zurückkommt. Dario ist einer von ihnen. Nachdem ihm Eva Schiess einen seltenen Bordeaux auftreiben konnte, ist sie für ihn die erste Anlaufstelle in Sachen Wein.

Gabriel Aeschbacher

Tipps zum Networking

Simon May (31) ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Institut für Jungunternehmen (IFJ). Als ideale Netzwerk-Plattform haben sich die «venture apéros» erwiesen. Sie finden monatlich an zehn Standorten statt und erfreuen sich – nicht zuletzt der Top-Referenten wegen – hohen Zuspruchs. Die lockere Vorstellungsrunde nach dem Referat mündet dann jeweils in den Apéro, wo neue Kontakte geknüpft oder bereits bestehende vertieft werden können. «30 Prozent sind Erstbesucher, währenddem 70 Prozent schon einmal bei einer Veranstaltung waren», nennt Simon May Erfahrungswerte. Seine vier Top-Tipps für aktives Networking: – Persönlichen Kontakt pflegen. Briefe und elektronische Post reichen nicht! – Kleine Wertschätzungen erhalten die Freundschaft: Warum nicht einmal ein persönlicher Anruf zum Geburtstag eines Geschäftspartners? – Events besuchen und Internetplattformen aktiv nutzen. – Potenzielle Entscheidungsträger über bestehende Kontakte suchen.

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