Stadt Zürich: Aktivisten protestieren gegen Labitzke-Neubau
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Stadt ZürichAktivisten protestieren gegen Labitzke-Neubau

«Oisi Stadt, oises Quartier» steht auf einem Plakat, das an der Baustelle des ehemals besetzten Labitzke-Areals hängt. Implenia erwägt nun, Anzeige einzureichen.

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Aktivisten haben am Sonntag ein Plakat auf dem ehemals besetzten Labitzke-Areals aufgehängt. Darauf steht «Oisi Stadt, oises Quartier».

Aktivisten haben am Sonntag ein Plakat auf dem ehemals besetzten Labitzke-Areals aufgehängt. Darauf steht «Oisi Stadt, oises Quartier».

Grundsteinlegung auf dem Labitzke-Areal am Dienstag, 6. September 2016 (von links): Implenia-Projektleiter Ralph Gmür, Architekt Mike Guyer, Mobimo-CEO Christoph Caviezel, Mobimo-Projektleiterin Julia Denfeld, SP-Stadtrat André Odermatt, Jens Vollmar, Geschäftsbereichsleiter Implenia Buildings und Urs Meyer; Projektleiter Gigon Guyer Architekten

Grundsteinlegung auf dem Labitzke-Areal am Dienstag, 6. September 2016 (von links): Implenia-Projektleiter Ralph Gmür, Architekt Mike Guyer, Mobimo-CEO Christoph Caviezel, Mobimo-Projektleiterin Julia Denfeld, SP-Stadtrat André Odermatt, Jens Vollmar, Geschäftsbereichsleiter Implenia Buildings und Urs Meyer; Projektleiter Gigon Guyer Architekten

Implenia
So wird sich das Labitze-Areal ab 2018 präsentieren. Auf dem Z-förmigen Gelände zwischen Hohl- und Albulastrasse in Altstetten enstehen 277 Mietwohnungen, Gewerberäume, Büros und ein Kinderhort.

So wird sich das Labitze-Areal ab 2018 präsentieren. Auf dem Z-förmigen Gelände zwischen Hohl- und Albulastrasse in Altstetten enstehen 277 Mietwohnungen, Gewerberäume, Büros und ein Kinderhort.

Visualisierung Mobimo

Philipp J.* wohnt seit eineinhalb Jahren an der Hohlstrasse gleich neben dem Labitzke-Areal. Dieses geriet ab 2011 in die Schlagzeilen: Nachdem ein Teil des 10'000 Quadratmeter grossen Areals von Besetzern eingenommen wurde, setzten sie mit diversen Aktionen alles daran, auf dem Gelände bleiben zu können.

Schliesslich wurden die Besetzer im August 2014 in einer aufsehenerregenden polizeilichen Räumung vom Labitzke-Areal weggewiesen. Zwei Jahre später fand die Grundsteinlegung für die Neuüberbauung des ehemals besetzten Areals statt.

«Oisi Stadt, oises Quartier»

Melden sich die Besetzer jetzt wieder zurück? Denn als Anwohner J. am Sonntagmorgen aus dem Fenster schaute, fiel ihm ein grosses schwarzes Plakat auf. Mit weisser Schrift steht darauf geschrieben: «Oisi Stadt, oises Quartier».

«So eine Aktion ist einfach unnötig und bedeutet für die Bauarbeiter Mehraufwand und Kosten», sagt J. Er hoffe, dass diejenigen, die das Plakat aufgehängt hätten, nicht noch mehr randaliert hätten: «Es gibt intelligentere Arten zum Protestieren.»

Plakat wurde entfernt

Es sei das erste Mal, dass Anwohner J. so eine Aktion beobachte: «Ich hoffe nicht, dass es jetzt wieder Probleme mit Besetzern auf dem Areal gibt.» Vorkehrungen dagegen seien bereits getroffen: «Es hat Kameras am Gebäude nebenan, die das Labitzke-Areal überwachen», sagt J. Ob es sich aber bei den Aktivisten, die das Plakat aufgehängt haben, tatsächlich um Besetzer handelt, ist nicht bekannt.

Das zuständige Bauunternehmen Implenia hat Kenntnis vom besagten Plakat: «Das Plakat wurde mittlerweile wieder abgenommen», sagt Implenia-Sprecher Reto Aregger. Die Firma werde nun prüfen, ob eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht werde. Denn: «Grundsätzlich ist es Unbefugten verboten, eine Baustelle zu betreten», so Aregger.

Areal besonders gesichert?

Bisher habe Implenia keine Kenntnis von ähnlichen Aktionen auf der Baustelle auf dem Labitzke-Areal. Auch Marion Schihin, Sprecherin von Mobimo, der Bauherrin, bestätigt: «Die Bauarbeiten für die Labitzke-Wohnüberbauung seien bisher reibungslos abgelaufen.»

Doch wird das Areal wegen seiner Vorgeschichte besonders gesichert? Schihin verneint: «Die Baustelle wird im normalen Rahmen gesichert.»

*Name der Redaktion bekannt.

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