Aktualisiert 13.06.2014 09:16

Internet-Pranger Aktivisten stellen Bilder von 28 Polizisten ins Netz

Ein linksautonomer Blog stellt 54 Personen, die an der Räumung des Basler Wageplatzes beteiligt waren, an den Online-Pranger. Die Behörden sind empört und prüfen eine Strafanzeige.

von
huf
Für Regierungspräsident Guy Morin ist es «inakzeptabel», dass Polizisten gezeigt werden, da diese im Auftrag der Politik gehandelt haben.

Für Regierungspräsident Guy Morin ist es «inakzeptabel», dass Polizisten gezeigt werden, da diese im Auftrag der Politik gehandelt haben.

«Danke für den Abriss von Uferlos und Haafescharte», schreiben Linksaktivisten auf einem populären Blog und veröffentlichen Bilder und teilweise Namen von 54 Personen, die an der Teilräumung des Wagenplatzes am 3. Juni beteiligt waren (20 Minuten berichtete). Nebst Bildern von Politikern wie Regierungspräsident Guy Morin und von Behördenmitgliedern werden auch Fotos und teilweise Namen von insgesamt 28 Polizisten veröffentlicht.

«Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, da wir es wichtig finden, Transparenz zu schaffen und die Verantwortlichen zu benennen», begründen die Aktivisten den Internet-Pranger. Gemäss «Basler Zeitung» klärt die Basler Polizei derzeit ab, ob mit der Veröffentlichung strafbare Handlungen begangen worden sind.

Polizeiverbände fordern Anzeige

Für Heinz Salvisberg vom Basler Polizeibeamtenverband ist klar, dass der Vorfall angezeigt werden muss. «Damit gehen die Kritiker des Polizeieinsatzes des Wagenplatzes zu weit, auch Polizisten haben Persönlichkeitsrechte», sagte er gegenüber der Zeitung. Auch der Generalsekretär des Schweizerischen Polizeibeamtenverbands erwartet, dass umgehend eine Anzeige eingereicht wird: «Werden Beamte gerade im Zusammenhang mit solchen Einsätzen im Internet angeprangert, könnten die Betroffenen zu einem späteren Zeitpunkt angegriffen werden.»

Regierungspräsident Guy Morin hat persönlich kein Problem damit, dass sein Bild auf dem Blog veröffentlicht wurde. «Als Regierungsrat trage ich den Entscheid für die Räumung politisch mit», sagte er gegenüber der BaZ. Es sei aber inakzeptabel, dass Polizisten gezeigt würden, denn diese hätten ganz klar im Auftrag der Politik gehandelt.

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