Klimastreik: Aktivisten wollen Treffen von Erdöl-CEOs im KKL verhindern

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KlimastreikAktivisten wollen Treffen von Erdöl-CEOs im KKL verhindern

Weil beim «Schlumberger Digital Forum» im KKL Vertreter der grössten Erdölkonzerne sprechen, fordert Klimastreik Zentralschweiz den Stadtrat auf, die Veranstaltung abzusagen.

von
Yann Bartal
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Am Freitagvormittag überreichten Vertreter von Klimastreik Zentralschweiz eine Petition beim Stadthaus Luzern.

Am Freitagvormittag überreichten Vertreter von Klimastreik Zentralschweiz eine Petition beim Stadthaus Luzern.

Klimastreik Zentralschweiz
In der Petition fordern sie den Stadtrat auf, das Schlumberger Digital Forum, das im KKL stattfindet, abzusagen.

In der Petition fordern sie den Stadtrat auf, das Schlumberger Digital Forum, das im KKL stattfindet, abzusagen.

Klimastreik Zentralschweiz
Das Kultur- und Kongresszentrum KKL in der Stadt Luzern sieht keinen Grund für eine Absage des Forums.

Das Kultur- und Kongresszentrum KKL in der Stadt Luzern sieht keinen Grund für eine Absage des Forums.

20min/Gianni Walther

Darum gehts

  • Kommende Woche findet im KKL Luzern das Schlumberger Digital Forum statt, wo Vertreter aus der Erdölindustrie teilnehmen.

  • Klimastreik Zentralschweiz macht diese Personen verantwortlich für die Klimakrise und fordert die Absage des Forums.

  • Der Stadtpräsident sieht keine rechtliche Grundlage, um die Veranstaltung abzusagen.

  • Das KKL ist der Meinung, dass Nachhaltigkeit und neue Technologien wichtige Pfeiler des Forums seien.

Ein halbes Dutzend Mitglieder von Klimastreik Zentralschweiz versammelte sich heute Vormittag vor dem Stadthaus Luzern. Mit knapp 1000 Unterschriften im Gepäck forderten sie den Stadtrat auf, das Schlumberger Digital Forum im KKL zu verhindern.

«An dieser Veranstaltung treffen sich die grössten Klima-Verbrecher*innen, um auszuhecken, wie sie ihr mörderisches Geschäft noch gewinnträchtiger gestalten können und die Welt somit noch schneller in die Klimakatastrophe treiben», schreibt Klimastreik Zentralschweiz in seiner Petition.

Das Schlumberger Digital Forum findet vom 20. bis 22. September statt und hat eine lange Teilnehmerliste. Über 1000 Grössen aus Wirtschaft, Forschung, Techbranche und der Erdölindustrie wie zum Beispiel Amin Nasser – CEO von Saudi Aramco, der grössten Erdölfördergesellschaft der Welt – werden erwartet.

Adrian Muheim von Klimastreik Zentralschweiz findet, es sei bedenklich, solchen Personen in Luzern einen roten Teppich auszubreiten. «Das sind die Mitverantwortlichen der extremen Klima-Katastrophen», sagt Muheim gegenüber 20 Minuten. Mit der Petition erhoffen sich die Mitglieder vom Klimastreik, dass sich die Stadt gegen das Treffen ausspricht und keine Mittel dafür zur Verfügung stellt.

«Solange die Gesetze eingehalten sind, nimmt der Stadtrat keinen Einfluss auf die Veranstaltenden.»

Beat Züsli, Luzerner Stadtpräsident

Doch seitens des Stadtpräsidenten heisst es, dass es für diese Veranstaltungen keine gesetzliche Grundlage gebe, um eine Absage zu bewirken. «Solange die Gesetze eingehalten sind, nimmt der Stadtrat keinen Einfluss auf die Veranstaltenden», erklärt Stadtpräsident Beat Züsli.

KKL sieht keinen Grund für Absage

Auf Anfrage von 20 Minuten teilt Corinne Schneebeli​ von der Medienstelle des KKL mit, dass auch sie keinen Grund sehen, das Forum abzusagen. Ganz im Gegenteil würden sie davon ausgehen, dass diese grossen Player etwas bewirken könnten. Die Themen Nachhaltigkeit und neue Technologien seien wichtige Pfeiler des Schlumberger Digital Forums 2022. «Die aktuellen Ereignisse mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine zeigen deutlich auf, wie abhängig die weltweiten Volkswirtschaften von Öl und Gas sind», sagt Schneebeli.

Das sieht Klimastreik Zentralschweiz anders. Gerade diese Verantwortlichen hätten in den letzten Monaten die Erdölpreise in die Höhe getrieben. «Während sie durch steigende Preise fettere Gewinne denn je einfahren, kann sich ein immer grösser werdender Teil der globalen Bevölkerung das Heizen oder die Mobilität nicht mehr leisten», schreiben sie in einer Medienmitteilung.

Nun gingen die Aktivistinnen und Aktivisten am kommenden Mittwoch in einer bewilligten Demonstration auf die Strasse, berichtet Adrian Muheim.

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