Indien: Aktivistin seit zehn Jahren im Hungerstreik
Aktualisiert

IndienAktivistin seit zehn Jahren im Hungerstreik

Eine indische Menschenrechtsaktivistin befindet sich seit zehn Jahren im Hungerstreik aus Protest gegen die Notstandsgesetzgebung im nordostindischen Bundesstaat Manipur.

Irom Chanu Sharmila wird von der Polizei abgeführt.

Irom Chanu Sharmila wird von der Polizei abgeführt.

Irom Chanu Sharmila werde ihren Protest bis zur Aufhebung der Sonderrechte für die Armee fortsetzen, teilten Sympathisanten am Mittwoch mit. Die 38-Jährige, die wegen ihrer Unbeugsamkeit «Eiserne Dame von Manipur» genannt wird, befindet sich derzeit im Spital von Manipurs Hauptstadt Imphal. Sie wurde auf Anordnung der Behörden in den vergangenen zehn Jahren immer wieder zwangsernährt.

Das Gesetz, das 1990 zur Bekämpfung separatistischer Gruppen im unruhigen Nordosten sowie im Bundesstaat Kaschmir erlassen worden war, gibt dem Militär das Recht, auf Sicht zu schiessen und Verdächtige ohne Haftbefehl festzunehmen. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit langem, das Gesetz diene als Vorwand für aussergerichtliche Hinrichtungen.

In Manipur kämpfen mehrere separatistische Gruppen gegen die Zentralregierung in New Delhi. In den vergangenen 20 Jahren wurden rund 10 000 Menschen in dem Konflikt getötet.

Zeugin bei Armee-Massaker

Irom Chanu Sharmila begann ihren Hungerstreik am 2. November 2000, nachdem sie nahe ihres Hauses in dem bergigen, entlegenen Bundestaat Manipur Zeugin geworden war, wie die Armee an einer Bushaltestelle zehn Menschen erschoss.

Nach dem Beginn ihrer Protestaktion wurde sie in ein Gefängnisspital eingewiesen und drei Mal am Tag über einen Tropf zwangsernährt. Wiederholt auf Anweisung lokaler Gerichte freigelassen, nahm sie sogleich ihren Hungerstreik wieder auf, woraufhin sie erneut festgenommen wurde.

(sda)

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