Neuzugang im Interview: «Aktuell kann es Typen wie mich gebrauchen»
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Neuzugang im Interview«Aktuell kann es Typen wie mich gebrauchen»

FCB-Neuzugang Amir Abrashi spricht über seine ersten Tage als Basler, über das Niveau in der Super League und was er über die Trainer Ciriaco Sforza sowie Christian Streich denkt.

von
Tobias Wedermann
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Premiere im Basel-Trikot: FCB-Neuzugang absolvierte am Wochenende seine ersten 45 Minuten für den neuen Club.

Premiere im Basel-Trikot: FCB-Neuzugang absolvierte am Wochenende seine ersten 45 Minuten für den neuen Club.

Andy Mueller/freshfocus
«Ich freue mich hier zu sein und glaube, dass es in der aktuellen Situation Typen wie mich gebrauchen kann», sagt der 30-Jährige im Interview. 

«Ich freue mich hier zu sein und glaube, dass es in der aktuellen Situation Typen wie mich gebrauchen kann», sagt der 30-Jährige im Interview.

Marc Schumacher/freshfocus
Das Team in Basel habe sehr viel Potenzial. 

Das Team in Basel habe sehr viel Potenzial.

Marc Schumacher/freshfocus

Amir, du musstest im ersten Spiel nach 45 Minuten raus. Wie gehts dir?

Wieder besser. Ich bekam einen Schlag. Ich hoffe, dass ich am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Wie waren die ersten Tage beim FC Basel?

Für mich sehr hektisch. Ich bin ja noch nicht viel gewechselt in meiner Karriere und alles ging plötzlich sehr schnell. Der Club und die neuen Mitspieler haben mich aber toll aufgenommen.

Freiburg spielt eine starke Saison in der Bundesliga. Nun bist du in die etwas kleinere Super League gekommen. Wieso der Wechsel?

Ich hätte vor zwei bis drei Wochen nicht gedacht, dass ich wechseln werde. Wenn ich mich im Bayern-Spiel nicht verletzt hätte, hätte ich vielleicht im folgenden Spiel gespielt und wäre geblieben. Ich habe aber noch viel Fussball-Hunger in mir und wollte mehr spielen als in der Hinrunde. Ich hätte auch in Freiburg bleiben können und ab und zu mal spielen. Dafür bin ich aber nicht der richtige Typ – und das wissen sie in Freiburg auch, deshalb liessen sie mich gehen.

Der FC Basel hat aber auch schon ruhigere Zeiten erlebt.

Der FCB ist aktuell nicht mehr Serienmeister, aber immer noch ein ganz grosser Name im Schweizer Fussball. Es war auch eindrücklich für mich, als ich das erste Mal wieder ins Joggeli gelaufen bin. Ich freue mich hier zu sein und glaube, dass es in der aktuellen Situation Typen wie mich gebrauchen kann.

Typen wie dich?

Mein Kämpferherz, Siegeswillen und meine Erfahrung, die ich gerne mit den jungen Spielern teilen möchte.

«Der FCB hat den Anspruch jedes Spiel zu gewinnen.»

Nach 45 Minuten - der Vergleich zwischen Super League und Bundesliga?

Natürlich gibt es einen Unterschied beim Niveau. Mein letztes Spiel war gegen die Bayern, die 2020 alles gewonnen haben, was man gewinnen kann. Es ist mir sicher auch niemand böse, wenn ich sage, dass es eine Umstellung war gegen Lugano zu spielen.

Also ist es in der Schweiz einfacher für dich?

Nein, anders. Hier herrschen zudem unterschiedliche Ansprüche. Der FC Basel hat natürlich den Anspruch jedes Spiel zu gewinnen. Mit Freiburg waren wir auch mal in der Underdog-Rolle.

Was hast du für ein Gefühl von der Mannschaft?

Das Team hat sehr viel Potenzial. Ich kenne einige Spieler schon seit Jahren – Kasami war mein Nachbar in Winterthur oder Zuffi kenne ich seit der U16, haben am gleichen Tag Geburtstag. Wir haben zudem junge Spieler, die ich neu kennengelernt habe und die richtig gut kicken können.

Böse Zungen behaupten, der FCB ist jetzt ein Ü30-Club mit dir, Fabian Frei, Timm Klose, Luca Zuffi oder Valentin Stocker.

Es geht nicht nur mit erfahrenen Spielern, wie es auch nicht nur mit jungen Spielern geht. Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Erfahrung sehe ich in der aktuellen Situation als Pluspunkt und wenn jemand weiss, wie man junge Talente ausbildet, dann unser Trainer.

«Würde mich sehr freuen, die FCB-Fans im Stadion zu erleben.»

Du hast 5,5 Jahre mit Kult-Trainer Christian Streich gearbeitet. Nun bist du zurück bei Ciriaco Sforza, mit dem du schon bei GC gearbeitet hast – wie unterscheiden sich die beiden?

Ich möchte Trainer nicht miteinander vergleichen. Sie haben unterschiedliche Ansätze und sind unterschiedliche Typen. Sforza hat als Fussballspieler eine Weltkarriere hingelegt, Christian Streich ist ein sehr intelligenter Fussballlehrer. Beide konnten mir viel beibringen.

In einem alten Interview sagst du, dass du bei GC keinen Spass mehr am Fussball hattest und Streich dir eine neue Taktik-Welt gezeigt hat. Ein Seitenhieb gegen deinen aktuellen Trainer?

Das war definitiv nicht gegen Sforza gerichtet. Ich hatte mehrere GC-Trainer. Sforza hatte an mich geglaubt und mich von Winterthur zu GC geholt. Ich habe ihm viel zu verdanken und wäre jetzt auch nicht bei Basel, wenn ich ihn nicht als Trainer schätzen würde.

Du bist ein Ex-Hopper. Welche Fan-Reaktionen hast du erhalten?

Keine negativen aus dem Basler Umfeld. Ein paar GC-Fans haben sich schon gemeldet und gefragt, wie ich das machen kann. Aber auch hier war alles im Rahmen.

Freust du dich das neue Publikum kennenzulernen in Basel?

Absolut. Die Fans des FCB sind ein wichtiger Teil des Clubs und ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ich bis im Sommer noch vor unseren Fans spielen könnte.

Im Sommer hat Basel eine Kaufoption, du hast noch einen Vertrag bei Freiburg bis 2022. Wie sieht deine Zukunft aus?

Ich will jetzt bei Basel Vollgas geben bis im Sommer und dann schauen wir weiter. Fix ist noch nichts.

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