Akute Seuchengefahr in Millionen- Metropole
Aktualisiert

Akute Seuchengefahr in Millionen- Metropole

Anhaltender Regen hat in der seit Tagen überfluteten Millionen-Metropole Jakarta die Seuchengefahr verschärft. Nach Angaben der Behörden wurden bereits 40 000 Menschen mit Atemwegsbeschwerden, Durchfall oder Hautausschlägen behandelt.

Die Gesundheitsbehörden warnten die Bevölkerung am Dienstag vor Infektionen durch das in den Strassen stehende Wasser, das oft mit Öl und Blei sowie Exkrementen und Coli-Bakterien verseucht ist.

Auch über Ratten könnten Krankheiten übertragen werden, warnte Salimar Salim vom Gesundheitsamt in Jakarta. Ärzte warnten aber auch vor schlimmeren Erkrankungen wie Cholera, Typhus oder Wundstarrkrampf.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden allein am Dienstag zwölf Tonnen Medikamente in Jakarta und Umgebung verteilt. 200 Ärzte und 3000 Helfer seien im Einsatz. Die meisten Hilfesuchenden können nur in behelfsmässig eingerichteten Gesundheitsstationen behandelt werden.

Um die Behörden in Jakarta im Bereich Trinkwasserversorgung zu unterstützen, hatte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) bereits am Montag zwei Experten nach Indonesien geschickt. Sie sollen vor allem in den ärmeren Gebieten tätig sein.

Viele wollen ihre Quartiere nicht verlassen

Jakartas Gouverneur Sutiyoso sagte, auch nach Tagen weigerten sich immer noch viele Menschen, ihre überschwemmten Häuser zu verlassen - aus Angst, ihre vor der Flut geretteten Habseligkeiten zu verlieren.

Mehr als 40 000 Polizisten, Soldaten und Freiwillige patrouillierten weiter in der Stadt, um bei der Evakuierung zu helfen. Meterologen sagten für die kommenden drei Tage weiteren Regen voraus, allerdings sollten die Niederschläge nicht mehr so heftig ausfallen wie in den ersten Februartagen.

Immer mehr Tote

Inzwischen ist die Opferbilanz weiter gestiegen. In Jakarta und der Umgebung starben insgesamt 56 Menschen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, kamen die meisten Opfer durch Ertrinken, Stromschläge oder Unterkühlung ums Leben.

Trotz der prekären Situation in der indonesischen Hauptstadt verzichtet Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey nicht auf ihren Besuch. Wie aus der Entourage von Calmy-Rey in Kambodscha verlautete, beginnen die offiziellen Gespräche am Donnerstag. (sda)

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