AKW Fessenheim: Arbeiter verstrahlt
Aktualisiert

AKW Fessenheim: Arbeiter verstrahlt

Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein ist erneut ein Arbeiter verstrahlt worden. Dabei handelte es sich um den zwölften Fall von «innerer Verstrahlung».

Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein ist erneut ein Arbeiter verstrahlt worden. Dabei handelte es sich um den zwölften Fall von «innerer Verstrahlung».

Wie eine Sprecherin am Mittwoch bestätigte, wurde bei dem Mann am Vortag eine Strahlendosis von 0,5 Millisievert festgestellt. Ab dieser Schwelle müssen Vorfälle dieser Art dem französischen Strahlenschutzamt (IRSN) gemeldet werden. Zuvor waren bereits zwei weitere Fälle dem IRSN gemeldet worden.

Zu dem jüngsten Vorfall kam es bei Arbeiten an Block 1 des Kraftwerks, der im Januar nach einem Störfall heruntergefahren wurde. Bei dem betroffenen Arbeiter handle es sich um den Mitarbeiter einer Vertragsfirma, die einen Auftrag für «klassische Wartungsarbeiten» ausführe, erläuterte der Direktor des Kraftwerks, Joseph Sanchez. Dabei sei er «sehr leicht kontaminiert» worden.

Verstrahlt beim Filter wechseln

Bereits im Januar waren sieben Arbeiter verstrahlt worden, als sie nach einer Verschmutzung des Primärkreislaufes im Block 1 verstopfte Filter wechselten. Seither wurden fünf ähnliche Fälle gemeldet. Laut Sanchez handelt es sich in allen Fällen um «sehr leichte Kontaminierungen».

Nach Auskunft der Sprecherin des AKW liegt der in Frankreich geltende Grenzwert für Mitarbeiter der Nuklearindustrie bei einer jährlichen Dosis von 35 Millisievert. Das Kraftwerk Fessenheim habe jedoch freiwillig einen niedrigeren Grenzwert von 16 Millisievert festgesetzt. Ab diesem Wert würden Beschäftigte in Bereichen eingesetzt, wo die Strahlenbelastung geringer sei.

Am Montagabend hatten bei einer Sitzung der Fessenheim- Überwachungskommission die Vertreter von Umweltschutzorganisationen ihre Forderung nach einer Schliessung des Atommeilers am Rhein bekräftigt.

«Mindestens 40 Jahre»

Sanchez betonte hingegen, derzeit werde für das Kraftwerk - das 1977 in Betrieb genommen wurde und damit der älteste Druckwasserreaktor in Frankreich ist - eine Betriebsdauer von «mindestens 40 Jahren» angestrebt.

(sda)

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