Bern: AKW-Gegner planen Menschenkette
Aktualisiert

BernAKW-Gegner planen Menschenkette

Eine Auflösung des Anti-AKW-Camps ist für die Aktivisten kein Thema: Übers Wochenende gibts ein grosses Oster-Protest-Festival, am Dienstag eine Menschenkette. Bei der Stadt ist man besorgt.

von
Simone Hubacher
Die Camp-Bewohner und AKW-Gegner werben für das Oster-Protest-Festival. (Foto: big)

Die Camp-Bewohner und AKW-Gegner werben für das Oster-Protest-Festival. (Foto: big)

«Bringt Zelte, Schlafsäcke, Geschirr und Solaranlagen mit!» So rufen die Camp-Aktivisten online zum Oster-Protest-Festival am Viktoriaplatz auf, obwohl der kleine Park längst voll ist.

Von Gründonnerstag bis Ostermontag sind Konzerte, Brunches, Vorträge, Diskussionen, eine Solarwerkstatt für Kinder sowie zwei Demos geplant. Am Ostermontag schliessen sich die Atom-Gegner dem Friedensmarsch vom Eichholz auf den Münsterplatz an. Richtig heikel wird es aber wohl am Dienstag: Am 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe gibts zwischen 7 und 9 Uhr – wenn die BKW-Angestellten zur Arbeit kommen – eine Menschenkette rund ums BKW-­Gebäude. Am Ostermontag um 17 Uhr üben die Teilnehmer ­dafür den Ernstfall: Fragen wie «Wie verhalte ich mich gegenüber der Polizei?» werden erörtert.

«Das macht mir Sorgen», gibt Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zu. «Die ursprüngliche Abmachung, dass die BKW-Mitarbeitenden nicht gestört werden dürfen, gilt auch hierfür.» Generell habe er den Eindruck, dass der Protest in «legale Bahnen» gelenkt werden müsse. «Ich erwarte von den Aktivisten jetzt einen realistischen Endzeitpunkt», so Nause.

Ökostrom ist jetzt gefragt wie kaum je zuvor

Seit der Atomkatastrophe in Japan laufen bei den Stromversorgern die Telefone heiss: Viele Konsumenten informieren sich über die Angebote aus erneuerbaren Energien. «Wir hatten in den letzten Wochen zehnmal so viele Bestellungen wie sonst in dieser Zeitperiode», sagt Natalie Cartier von Energie Wasser Bern (EWB). Auch bei Energie Service Biel (ESB) stieg die Nachfrage nach «sauberem» Strom sprunghaft. Allein im März gingen so viele Neubuchungen ein wie sonst in einem halben Jahr. Zu Engpässen kommt es laut EWB-Sprecherin Cartier nicht: «Wir haben unsere Strategie schon länger auf atomfreien Strom ausgerichtet und sind deshalb auf die höhere Nachfrage gut vorbereitet.»

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