Anzeige eingereicht: AKW-Leibstadt-Mitarbeiter fälschte Protokolle
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Anzeige eingereichtAKW-Leibstadt-Mitarbeiter fälschte Protokolle

Das Ensi hat Strafanzeige gegen einen Mitarbeiter des Kernkraftwerks Leibstadt erstattet. Er soll Protokoll-Fälschungen vorgenommen haben.

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Das AKW Leibstadt am 18. Februar 2017: Kurz nach Inbetriebnahme ist die Anlage in der Nacht auf Samstag wieder abgeschaltet worden.

Das AKW Leibstadt am 18. Februar 2017: Kurz nach Inbetriebnahme ist die Anlage in der Nacht auf Samstag wieder abgeschaltet worden.

Keystone/Alexandra Wey
Grünes Licht von ENSI: Wiesenblumen im Vordergrund des Kühlturms des Kernkraftwerks Leibstadt (29 Oktober 2016)

Grünes Licht von ENSI: Wiesenblumen im Vordergrund des Kühlturms des Kernkraftwerks Leibstadt (29 Oktober 2016)

Keystone/Christian Beutler
Abschaltung vor Ablauf der Betriebszeit? Atomkraftwerk Gösgen (Archivbild).

Abschaltung vor Ablauf der Betriebszeit? Atomkraftwerk Gösgen (Archivbild).

Keystone

Die Strahlenschutzmessgeräte im Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) funktionieren einwandfrei. Zu diesem Schluss kommt eine interne Untersuchung. Diese war notwendig geworden, weil ein Mitarbeiter drei Neutronendosisleistungs-Messgeräte nicht ordnungsgemäss überprüft hatte.

Das Vergehen des Mitarbeiters war Anfang Jahr bei einer internen Prüfung festgestellt worden. Er hatte es unterlassen, die Geräte gemäss einer Richtlinie der Aufsichtsbehörde ENSI halbjährlich auf ihre Funktionstüchtigkeit zu testen. Der Mitarbeiter wurde freigestellt. Das ENSI erstattete wegen den unterlassenen Funktionsprüfungen Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft.

Die Untersuchungen ergaben Hinweise, dass derselbe Mitarbeitende weitere Geräte nicht ordnungsgemäss getestet hatte. Funktionstests an diesen rund 350 Geräten zeigten jedoch, dass diese richtig funktionierten oder sogar zu empfindlich waren, teilte die KKL AG am Mittwoch mit.

Keine Gefahr für Mensch und Umwelt

Das im Januar 2019 festgestellte Fehlverhalten eines Mitarbeitenden habe die Sicherheit von Mensch und Umwelt somit zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Bei der Funktionsprüfung aller von diesem Mitarbeitenden betreuten rund 350 Strahlenmessgeräte lagen die Ergebnisse im vorgegebenen Messtoleranzbereich.

Als einzige Abweichung waren acht geprüfte Geräte etwas zu empfindlich, das heisst, sie zeigten einen zu hohen Strahlungswert an. Zusätzliche Untersuchungen mit Funktionstests wurden auch für weitere über 3200 Strahlenmessgeräte im KKL durchgeführt.

Diese ergaben keinerlei Hinweise, dass andere Mitarbeitende ebenfalls Funktionstests unterlassen haben. Das KKL hat in Absprache mit der Aufsichtsbehörde ENSI eine Reihe von Folgemassnahmen eingeleitet. (sda)

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