Greenpeace: AKWs schlecht gegen Angriffe geschützt
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GreenpeaceAKWs schlecht gegen Angriffe geschützt

Die deutschen Atomkraftwerke sind gemäss Greenpeace durch tragbare Waffensysteme bedroht. Gilt das auch für die Schweizer Anlagen?

Panzerabwehrwaffen seien eine ernsthafte Bedrohung für AKWs. (Bild: ap)

Panzerabwehrwaffen seien eine ernsthafte Bedrohung für AKWs. (Bild: ap)

Nach einer Studie der Umweltorganisation sind Atomkraftwerke nicht nur durch gezielte Flugzeugabstürze, sondern auch durch Terroranschläge mit panzerbrechenden Waffen gefährdet. Beim Beschuss mit sehr durchschlagskräftigen tragbaren Waffensystemen könnte es zu einer Kernschmelze und einer Verstrahlung der Umgebung binnen weniger Stunden kommen, erklärte die Organisation in Berlin. Bis zu einem Drittel der Fläche Deutschlands könnte kontaminiert werden.

Diese Gefahr besteht gemäss Greenpeace Schweiz auch hierzulande. «Die Schweizer Atommeiler sind punkto Bauweise mit den deutschen absolut vergleichbar. Wir müssen also nach dieser Studie davon ausgehen, dass auch unsere AKWs stärker durch terroristische Angriffe bedroht sind als bisher angenommen», so Sprecherin Sibylle Zollinger.

Greenpeace hatte eine Studie zu einer speziellen panzerbrechenden Waffe erarbeiten lassen, der russischen Panzerabwehrlenkwaffe AT-14 Kornet-E. Sie ist den Angaben zufolge seit 1994 auf dem Markt. Damit seien bis zu einem Meter Stahl und bis zu drei Metern Stahlbeton zu durchschlagen. Die Betonhülle sei bei älteren deutschen Atomkraftwerken jedoch nur 60 Zentimeter bis einen Meter dick, bei neueren 1,80 bis zwei Meter. Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital meinte: «Es ist vollkommen ausser Zweifel, dass jeder Reaktor in Deutschland sich mit Zielwaffen zerstören lässt.» (20 Minuten)

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