Aktualisiert 05.02.2011 07:46

ÄgyptenAl-Baradei liebäugelt mit einer Kandidatur

Nobelpreisträger Mohamed al-Baradei möchte für Ägyptens Präsidentenamt kandidieren - zumindest wenn er gefragt wird.

Sollte er als Präsidentschaftskandidar gefragt werden, könnte er durchaus antreten, sagte Al-Baradei am Freitag in einem Telefoninterview mit dem arabischen Sender Al Dschasira.

Damit korrigierte der Friedensnobelpreisträger einen Bericht der Wiener Zeitung «Der Standard». Diese hatte ihn mit den Worten zitiert, er wolle zur Wahl nicht antreten. Das sei nicht richtig, sagte Al-Baradei nun. Sollte das ägyptische Volk wollen, dass er den Veränderungsprozess weiter begleite, werde er es nicht enttäuschen. Auch «Der Standard» korrigierte später das Zitat.

Mubarak kämpfe noch immer ums Überleben seines Regimes, sagte Al- Baradei in dem Interview: «Wenn er bereit ist zu gehen, würden wir für einen würdigen Abgang Sorge tragen.» Neben vielen «schlechten Dingen» habe Mubarak auch Gutes für das Land getan.

Auch Amr Mussa in den Startlöchern

«Worauf wir warten, ist, dass Mubarak endlich dem ägyptischen Volk zuhört und versteht, was es ihm immer wieder laut und deutlich sagt: Du hast deine Legitimität verloren, du musst abtreten.»

Mubarak hatte am Dienstag angekündigt, bei der für September geplanten Präsidentschaftswahl nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Der Opposition geht dieses Zugeständnis nicht weit genug, sie macht weiter für einen Rücktritt des Staatschefs mobil.

Am Freitag gesellte sich der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, zu den Demonstranten in Kairo. Der Ägypter hatte zuvor eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in seinem Land nicht ausgeschlossen. (sda)

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