Mutmassliche Kriegsverbrecher: Al-Baschir entlässt Minister für Humanitäres
Aktualisiert

Mutmassliche KriegsverbrecherAl-Baschir entlässt Minister für Humanitäres

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Baschir hat bei einer Kabinettsumbildung seinen Minister für humanitäre Angelegenheiten, Ahmed Mohamed Harun, entlassen.

Dies berichtete die «Sudan Tribune».

Harun, dem ebenfalls Kriegsverbrechen angelastet werden, sei zum Gouverneur des Bundesstaates Süd Kordofan bestimmt worden, schrieb die Zeitung am Freitag. Harun war der erste sudanesische Politiker, gegen den der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag vor zwei Jahren Haftbefehl erlassen hatte.

Chefankläger Luis Moreno Ocampo warf Harun unter anderem Angriffe auf Flüchtlingslager in Darfur vor und kritisierte, als Minister für humanitäre Angelegenheiten würde er die humanitäre Arbeit von UNO und Hilfsorganisationen behindern.

Bisher hatte die sudanesische Regierung alle Aufforderungen ignoriert, Harun von seinem Posten zu entfernen. Die Versetzung Haruns kam zwei Monate nach dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Baschir und am Tag eines Besuchs von John Holmes, des UNO-Koordinators für humanitäre Aufgaben.

Nach einem Treffen mit Holmes kündigte die Regierung in Khartum an, Anträge von ausländischen Hilfsorganisationen für humanitäre Arbeit etwa in der Krisenregion Darfur zu «erwägen».

Nach dem internationalen Haftbefehl gegen Baschir war 13 internationalen Organisationen - unter ihnen Oxfam, Care und Ärzte ohne Grenzen - die Arbeitserlaubnis in Sudan entzogen worden.

(sda)

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