Al-Fayed will «Wahrheit» über Tod von Diana und Dodi
Aktualisiert

Al-Fayed will «Wahrheit» über Tod von Diana und Dodi

Wenn am Donnerstag die britische Polizei ihren offiziellen Abschlussbericht zum Tod von Prinzessin Diana vorstellt, wird ein Mann besonders aufmerksam zuhören: Mohamed Al- Fayed, Vater des Begleiters von Diana in der Nacht der Todesfahrt am 31. August 1997.

Dodi al-Fayed starb damals noch am Unglücksort, nach Ansicht seines Vaters fielen der 42-Jährige und die sechs Jahre jüngere Prinzessin einem Komplott des britischen Geheimdienstes zum Opfer. Gefragt oder ungefragt posaunt Al-Fayed seit neun Jahren seine Version der Dinge heraus.

Diana und Dodi waren danach zum Zeitpunkt ihres Todes heimlich verlobt, die Prinzessin war schwanger, und beide mussten sterben, weil das Königshaus keinen Nachkommen mit muslimischem Vater haben wollte. Ein «abscheulicher Mord» also sei es gewesen, ist Al-Fayed überzeugt.

Die Beweise fehlen

Beweise für seine Theorie hat Al-Fayed bisher keine vorlegen können. Dafür aber hat der Besitzer des Londoner Nobelkaufhauses «Harrods» genug Geld, um immer wieder neue Untersuchungen anzustossen und unzählige Privatdetektive zu beschäftigen.

Dem 73-Jährigen kommt dabei zugute, dass auch viele Menschen in aller Welt der Verschwörungstheorie anhängen. Sie wollen einfach nicht glauben, dass ihre «Prinzessin der Herzen» in einem profanen Autounfall starb, verursacht vom betrunkenen Chauffeur von Diana und Dodi.

Doch genauso war es offenbar: Presseberichten zufolge wird der Abschlussbericht der britischen Polzei das gleiche feststellen, wie zuvor die französischen Ermittler.

Danach lieferte sich der angetrunkene Chauffeur Henri Paul in Paris eine Verfolgungsjagd mit Paparazzi und verlor bei Tempo 160 die Kontrolle über den Wagen - er und seine beiden prominenten Fahrgäste starben. Kein Komplott also und auch keine schwangere Prinzessin, so jedenfalls die offiziellen Erkenntnisse.

Al-Fayed macht weiter

Dies wird Al-Fayed aber nicht beeinflussen. Er bastelt schon an neuen Klagen, getreu seinem Motto «Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man das auch». Dieser Slogan zieht sich durch das ganze Leben des 73-Jährigen.

Geboren wurde der Selfmademan 1933 im ägyptischen Alexandria als ältester Sohn eines Lehrers. Sein erstes Geld machte Al-Fayed als Strassenverkäufer in seiner Heimatstadt, auch als Lehrer betätigte er sich.

Finanziell bergauf ging es nach der Hochzeit mit Samira Kashoggi. Sie war die Schwester des berühmt-berüchtigten Waffenhändlers Adnan Kashoggi, der Al-Fayed an seinen Geschäften teilhaben liess. Ab 1966 arbeitete der Ägypter dann unter anderem als Finanzberater für einen der reichsten Männer der Welt, den Sultan von Brunei.

Nach Grossbritannien kam Al-Fayed 1974, damals schon als wohlhabender Mann. Mehr oder weniger legale Geschäfte liessen ihn reicher und reicher werden, unter anderem erstand er 1985 in einem undurchsichtigen Deal das Nobelkaufhaus «Harrods».

Zurückgewiesen

In all der Zeit bemühte sich Al-Fayed nach Kräften um die britische Staatsbürgerschaft. Doch egal wie britisch-versnobt er sich gab und wieviel Geld er für wohltätige Zwecke spendete, der Ägypter erhielt immer wieder eine Abfuhr.

Die Begründung des Innenministeriums in London lautete dabei immer mehr oder weniger deutlich, dass Al-Fayed einfach nicht gut genug für die britische Staatsbürgerschaft sei - der Abgelehnte selbst sah sich wegen seines muslimischen Glaubens diskriminiert. (sda)

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