Nahost-Konflikt: Al-Jazeera-Reporterin stirbt bei israelischem Einsatz im Westjordanland
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Nahost-KonfliktAl-Jazeera-Reporterin stirbt bei israelischem Einsatz im Westjordanland

Schirin Abu Akleh ist tot. Die Reporterin des katarischen TV-Senders al-Jazeera wurde von einem Schuss getroffen.

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Schirin Abu Akleh ist im Westjordanland getötet worden.

Schirin Abu Akleh ist im Westjordanland getötet worden.

Facebook/Schirin Abu Akleh
Sie war eine der bekanntesten Reporterinnen des katarischen TV-Senders al-Jazeera.

Sie war eine der bekanntesten Reporterinnen des katarischen TV-Senders al-Jazeera.

Facebook/Schirin Abu Akleh
Die israelische Armee will den Tod der Journalistin nun untersuchen.

Die israelische Armee will den Tod der Journalistin nun untersuchen.

Facebook/Schirin Abu Akleh

Darum gehts

  • Die neue Welle der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern hat ein prominentes Opfer gefordert.

  • Die Journalistin Schirin Abu Akleh ist im Westjordanland von einem Schuss tödlich getroffen worden.

  • Im wieder aufflammenden bewaffneten Konflikt sind seit Ende März rund 40 Menschen getötet worden.

Bei Konfrontationen zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern im nördlichen Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben die Journalistin Schirin Abu Akleh getötet worden. Sie war eine der bekanntesten Reporterinnen des katarischen TV-Senders al-Jazeera.

Abu Akleh sei nach einer Schussverletzung am Kopf gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Ein anderer Journalist der palästinensischen Zeitung «al-Kuds» sei bei dem Vorfall in Jenin durch Schüsse verletzt worden. 

Die israelische Armee schrieb bei Twitter, Soldaten seien in Jenin im Einsatz gewesen, um Terrorverdächtige festzunehmen. Verdächtige hätten massiv auf die Truppen geschossen und Sprengsätze geworfen. Die Soldaten hätten zurückgeschossen, es seien Treffer identifiziert worden. «Es wird die Möglichkeit untersucht, dass Journalisten getroffen wurden, möglicherweise durch bewaffnete Palästinenser», hiess es weiter. Der Vorfall werde geprüft.

Die israelische Botschaft in Bern schreibt in einer Medienmitteilung wurde die Journalistin «offenbar von palästinensischem Gewehrfeuer getroffen, nicht von IDF-Gewehrfeuer». Die Gegend sei  von Terroristen durchdrungen, «die im Gegensatz zu IDF-Soldaten wahllos schiessen», schreibt die Botschaft weiter.

Der TV-Sender al-Jazeera widerspricht dieser Darstellung. «Unter Verletzung internationalen Rechts hätten die israelischen Besatzungstruppen unsere Korrespondentin in Palästina, Schirin Abu Akle, heute Morgen kaltblütig gezielt mit scharfer Munition ermordet», so der TV-Sender. 

Spirale der Gewalt

Bei einer Terrorwelle sind seit Ende März in Israel 17 Menschen getötet worden, ein israelischer Wachmann im Westjordanland wurde ausserdem von Palästinensern erschossen. Israels Armee verstärkte seit Beginn der Anschlagswelle ihre Einsätze im besetzten Westjordanland. Vor allem im Bereich der Stadt Jenin, die als Hochburg militanter Palästinenser gilt, kommt es bei solchen Militäreinsätzen immer wieder zu schweren Konfrontationen mit Einwohnerinnen und Einwohnern.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seit Ende März mehr als 20 Palästinenser getötet worden. Mehrere Palästinenser wurden bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei ihren eigenen Anschlägen und Zusammenstössen mit der Armee.

Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser wollen die Gebiete dagegen für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. 

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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(DPA/AFP/job)

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