Frankreich: Al Kaida droht bei Burka-Verbot mit «Rache»
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FrankreichAl Kaida droht bei Burka-Verbot mit «Rache»

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnet die Burka als «nicht willkommen» und zieht sich den Zorn der Islamisten zu. Der nordafrikanische Ableger von Al Kaida kündigt Vergeltung an.

von
pbl

«Wir werden solche Provokationen und Ungerechtigkeiten nicht tolerieren und Rache an Frankreich üben», heisst es in einer Mitteilung, die von Abu Musab al-Wudud unterzeichnet wurde, der sich als «Anführer von Al Kaida im islamischen Maghreb» bezeichnet. Datiert ist das Schreiben vom 28. Juni. Fünf Tage zuvor hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy in einer Rede vor der Nationalversammlung das Tragen der Burka als Symbol für Unterwerfung und Erniedrigung der Frauen bezeichnet. Das islamische Gewand, das den ganzen Körper der Frauen bedeckt, sei in Frankreich «nicht willkommen».

Eine 32-köpfige Kommission des Parlaments will nun untersuchen, ob die Burka eine Bedrohung für den säkularen Charakter der französischen Verfassung darstellt. Die Islamisten beschuldigen Frankreich, einen «offenen Krieg gegen unsere Burka-tragenden Schwestern» zu führen. Gleichzeitig würden seine Frauen «unsere Länder überfluten, spärlich bekleidet und nackt an den Stränden liegen, in offensichtlicher Missachtung der Gefühle der Muslime und in klarer Verachtung des islamischen Glaubens, seiner Traditionen und Normen».

Die Mitteilung von Al Kaida schliesst mit einer klaren Warnung: Man werde «mit allen Methoden» gegen Frankreich und seine Interessen vorgehen. Terrorexperten nehmen die Ankündigung ernst. Erst kürzlich hat sich der nordafrikanische Ableger von Al Kaida zum Mord an einem Amerikaner in Mauretanien sowie zur Tötung einer im Grenzgebiet von Mali und Niger entführten britischen Geisel bekannt. Ein Schweizer, der zusammen mit dem Briten gefangengenommen wurde, soll noch am Leben sein.

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