Aktualisiert 14.07.2009 13:09

Unruhen in XinjiangAl Kaida droht China mit Rache

Die Unruhen in der Region Xinjiang rücken China ins Visier islamistischer Terroristen. Der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks Al Kaida droht mit Anschlägen auf chinesische Arbeiter und Einrichtungen.

von
pbl

Es ist die erste Drohung von Osama bin Ladens Organisation gegen China, berichtete die «Times» mit Berufung auf eine Risikoanalyse des Londoner Beratungsunternehmens Stirling Assynt. Sie stammt von Al Kaida im islamischen Maghreb (AKIM), dem nordafrikanischen Ableger des Terrornetzwerks, der sich auch zur Entführung des am Sonntag in Mali freigelassenen Schweizers und seiner Ehefrau bekannt hatte.

Die Drohung müsse ernst genommen werden, warnt Stirling Assynt, weitere Zweige von Al Kaida könnten nachziehen. Das Vorgehen Chinas gegen die muslimischen Uiguren und ihre Benachteiligung durch die Mehrheit der Han-Chinesen haben in der islamischen Welt Proteste ausgelöst, vor allem in der Türkei, wo die Uiguren als «Brudervolk» betrachtet werden. Auch unter Dschihadisten würden die Forderungen nach Vergeltungsschlägen gegen China immer lauter, heisst es im Bericht.

Laut Stirling Asset arbeiten hunderttausende Chinesen in Nordafrika und im Nahen Osten, 50 000 allein in Algerien. Dort kam es vor drei Wochen zu einem Al-Kaida-Angriff auf einen Sicherheitskonvoi, der chinesische Ingenieure beschützt, die bei einem Autobahnprojekt engagiert sind. 24 Polizisten kamen ums Leben. Die Chinesen waren nicht direkt bedroht, doch das Londoner Unternehmen warnt: «Künftige Angriffe dieser Art könnten Sicherheitskräfte und Chinesen gleichermassen ins Visier nehmen.»

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