Aktualisiert 10.10.2005 10:27

Al Kaida hat Ableger in Ägypten

Das Terrornetzwerk Al Kaida hat nach Angaben des israelischen Militärgeheimdienstes einen Stützpunkt auf der Sinai-Halbinsel errichtet.

Geheimdienstchef General Aharon Seevi Farkasch habe die Regierung in Jerusalem darüber informiert, dass Ägypten von dem Al- Kaida-Ableger auf seinem Territorium wisse, berichteten israelische Medien am Montag.

Die ägyptischen Behörden würden sich um die Zerschlagung der Terrorzelle bemühen. Dabei gingen sie allerdings sehr vorsichtig vor: Eine frontale Auseinandersetzung mit El Kaida soll vermieden werden, die eine Welle von Attentaten auslösen könne. Farkasch fügte hinzu, dass der El-Kaida-Stützpunkt durch einen Miniengürtel geschützt sei.

Im ägyptischen Teil der Sinai-Halbinsel wurden in jüngster Zeit immer wieder Anschläge verübt. Bei Anschlägen im Badeort Scharm el Scheich kamen am 23. Juli mindestens 67 Menschen, darunter viele Ausländer, ums Leben.

Zwei kanadische Soldaten der multinationalen Beobachtertruppe (MFO) wurden bei einer Bombenexplosion am 15. August verletzt. Im Oktober 2004 wurden bei Anschlägen in Taba 34 Menschen getötet, unter ihnen elf israelische Touristen.

Israel rät seinen Bürgern regelmässig von einem Urlaub auf der Sinai-Halbinsel ab. Der israelische Minister für Innere Sicherheit, Guidon Esra, warnte seine Landsleute am Montag vor möglichen Entführungsversuchen von islamischen Extremisten.

Soldaten wie Zivilisten sollten das Entführungsrisiko verringern, indem sie die Sicherheitsanweisungen befolgten, sagte Esra im Radio.

(sda)

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