Al-Sadr honoriert Spaniens Truppenabzug
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Al-Sadr honoriert Spaniens Truppenabzug

Nach der Ankündigung Spaniens, seine Truppen aus Irak abzuziehen, hat der radikale irakische Schiitenführer Moktada Sadr seine Gefolgsleute aufgefordert, ihre Angriffe auf spanische Soldaten einzustellen. Der Druck auf Italien wächst.

«Wir appellieren daran, die Sicherheit der spanischen Truppen bis zu ihrem Abzug zu wahren, solange sie keine Gewalt gegenüber der irakischen Bevölkerung ausüben», sagte ein Vertrauter Sadrs, Kais el Chazaali, am Montag der Nachrichtenagentur afp

«Die anderen Staaten, die Soldaten im Rahmen der Koalition nach Irak geschickt haben, sind aufgerufen, dem Beispiel Spaniens zu folgen und ihre Truppen abzuziehen, um das Leben ihrer Soldaten zu schützen.»

Rückzug dauert einen Monat

Der Rückzug der spanischen Truppen aus Irak wird voraussichtlich etwa einen Monat dauern. Die 1300 Soldaten sollen nicht auf einmal nach Spanien zurückkehren, sondern stufenweise, berichtete die spanische Zeitung «El País» am Montag unter Berufung auf Militärkreise.

Spanien hatte vor wenigen Wochen damit begonnen, seine in Irak stationierten Truppen turnusgemäss abzulösen. Die Regierung ordnete an, diesen Prozess sofort zu stoppen. Der Flug einer Sondermaschine, die 200 Soldaten von Spanien nach Kuwait bringen sollte, wurde abgesagt.

Druck auf Italien

Nach Spaniens Ankündigung wächst der Druck der italienischen Pazifistenparteien auf die Regierung Berlusconi. Die Grünen, die Italienischen Kommunisten und die altkommunistische Rifondazione riefen die stärksten Oppositionsparteien (Linksdemokraten und Sammelbewegung Margherita) zur Einreichung eines gemeinsamen Antrags im römischen Parlament ein, um den sofortigen Abzug der italienischen Truppen zu verlangen.

Spaniens neuer Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Sonntag sein Wahlversprechen wahrgemacht und den umgehenden Rückzug der spanischen Truppen aus Irak angeordnet.

(sda)

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