Al-Sadr-Miliz wird entwaffnet

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Al-Sadr-Miliz wird entwaffnet

Milizionäre des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr haben am Montag in Bagdad mit ihrer angekündigten Entwaffnung begonnen.

In Polizeistationen des Viertels Sadr, das in den vergangenen Wochen Schauplatz heftiger Kämpfe war, wurden nach irakischen Angaben zahlreiche Maschinengewehre, Minen und Sprengstoff abgegeben. China forderte unterdessen eine rasche Verbesserung der Sicherheitslage im Irak. Die derzeitige Situation «bedroht den Weltfrieden», sagte Aussenminister Li Zhaoxing nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Auf der für Ende November geplanten Irak-Konferenz in Ägypten müssten «konkrete Ergebnisse» erzielt werden, forderte Li. An dem Gipfel sollen neben den Nachbarländern Iraks die G-8-Staaten und die EU, die Vereinten Nationen, die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) sowie China teilnehmen.

Die am Wochenende versprochene Selbstentwaffnung der Mahdi-Miliz in Sadr City soll innerhalb dieser Woche abgeschlossen sein. Die Regierung sagte im Gegenzug die Freilassung von Gefolgsleuten Al Sadrs zu, sofern sie sich keine Verbrechen zu Schulden haben kommen lassen. Zudem setzten Sicherheitskräfte ihre Razzien in dem Stadtteil aus. Vorgesehen ist ausserdem eine finanzielle Entschädigung der Kämpfer. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi hat für den Wiederaufbau des Viertels mehr als 406 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bei einem Raketenangriff im Süden der Hauptstadt kamen am Montag erneut zwei US-Soldaten ums Leben. Fünf weitere wurden nach Angaben der Streitkräfte verletzt. Seit Beginn der Invasion im Irak im März 2003 wurden bereits mehr als 1.000 US-Soldaten im Irak getötet.

In der nordirakischen Stadt Mossul explodierte eine Autobombe, als ein US-Armeekonvoi die Stelle passierte, wie Augenzeugen berichteten. Dabei soll es Opfer gegeben haben. Nach ersten Hinweisen könnte es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben. US-Soldaten riegelten den Tatort ab.

In Ramadi und Hit westlich von Bagdad lieferten sich US-Streitkräfte und Aufständische teils heftige Gefechte. Anwohner berichteten, Ramadi sei in der Nacht von vier heftigen Explosionen erschüttert worden. (dapd)

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