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ÄgyptenAl-Sisi erklärt Extremisten den «Krieg»

Bei einem Angriff auf einen Armeeposten auf der ägyptischen Halbinsel Sinai starben 31 Soldaten. Die Regierung ruft nun für die nächsten drei Monate den Notstand aus.

Die ägyptische Regierung um Staatschef Abdel Fattah al-Sisi verhängt bereits für Samstag eine dreistündige Ausgangssperre.

Die ägyptische Regierung um Staatschef Abdel Fattah al-Sisi verhängt bereits für Samstag eine dreistündige Ausgangssperre.

Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah al-Sisi will nach dem blutigen Anschlag auf einen Armeeposten mit harter Hand gegen die Extremisten auf der Halbinsel Sinai vorgehen. Für den Angriff am Freitag mit 31 toten Soldaten machte er ausländische Mächte mitverantwortlich. Als erste Reaktion wurden am Samstag im unruhigen Norden des Sinai für drei Monate der Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre von 17.00 Uhr bis 07.00 Uhr früh verhängt.

Al-Sisi sagte vor dem Begräbnis der Opfer, ausländische Kräfte versuchten, «Ägypten den Rücken zu brechen». Der Terrorakt sei eine aus dem Ausland finanzierte Aktion gewesen. «Es gibt eine grosse Verschwörung gegen uns.» Details nannte er nicht. Er sagte, Ägypten werde einen «umfangreichen Krieg» gegen die Extremisten führen, der lange andauern werde.

Regierung verdächtigt Muslimbruderschaft

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Dabei war an dem Armeeposten zunächst eine Autobombe gezündet worden, möglicherweise von einem Selbstmordattentäter. Anschliessend beschossen Angreifer die Soldaten mit Panzerfäusten und liessen Sprengfallen am Strassenrand hochgehen.

In der Vergangenheit hatte für die meisten Attacken die Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis die Verantwortung übernommen. Die Gruppe steht der Al-Kaida nahe. Die Regierung vermutet aber auch eine Verwicklung der Muslimbruderschaft des gestürzten Präsidenten Mohamed Mursi in Angriffe auf die Armee.

«den Willen Ägyptens brechen»

Al-Sisi sagte, Ziel der Attacke sei gewesen, «den Willen Ägyptens und der Ägypter zu brechen und auch den Willen der ägyptischen Armee, die als Pfeiler Ägyptens gilt». Er rief seine Landsleute auf, aufmerksam zu beobachten, was gegen das Land «ausgeheckt» werde. «Alles, was passiert, ist uns bekannt, wir haben es erwartet und vor dem 3. Juli darüber gesprochen», sagte Al-Sisi im Bezug auf den Tag des Sturzes Mursis 2013. Seitdem hatte sich der lange schwelende Konflikt auf dem Sinai verschärft.

Al-Sisi betonte, dass es zuletzt einige Erfolge im Kampf gegen die Extremisten gegeben habe. «Dutzende Terroristen wurden in den vergangenen Wochen und Monaten getötet ... Hunderte Terroristen wurden liquidiert.» (sda)

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