Kampfjet-Einsatz: Alain Berset flog ohne Funk in militärische Sperrzone

Aktualisiert

Kampfjet-EinsatzAlain Berset flog ohne Funk in militärische Sperrzone

Bundesrat Alain Berset flog vergangenen Dienstag alleine nach Frankreich. Dabei musste er sich einer Luftverkehrskontrolle der französischen Luftpolizei unterziehen. 

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Alain Berset wurde von der Luftpolizei «angehalten». 

Alain Berset wurde von der Luftpolizei «angehalten». 

Simon Glauser
Bundesrat Alain Berset besuchte zusammen mit dem italienischen Gesundheitsminister Roberto Speranza die Einsatzbasis Samedan. Vlnr.: Speranza, Berset, Philpp Simmen Leiter Einsatz Helikopter und Mitglied der  Geschäftsleitung.

Bundesrat Alain Berset besuchte zusammen mit dem italienischen Gesundheitsminister Roberto Speranza die Einsatzbasis Samedan. Vlnr.: Speranza, Berset, Philpp Simmen Leiter Einsatz Helikopter und Mitglied der  Geschäftsleitung.

Rega

Darum gehts

Bundesrat Alain Berset hat am 5. Juli 2022 einen privaten Flug zwischen zwei französischen Sportflugplätzen unternommen. Er war der Pilot und allein an Bord. Bei diesem Flug führte seine Fehlinterpretation der Angaben der Luftverkehrskontrolle zu Beginn des Flugs zu einer Intervention der Luftpolizei.

Wie der «Blick» schreibt, war Berset mit seiner Cessna ohne Funk in eine militärische Sperrzone geflogen. Neben dem Flug in die Sperrzone habe auch «das Fehlen eines Flugplans, der fehlende Funkkontakt und die Unkenntnis der Absichten des Piloten» dazu geführt, dass die Luftwaffe intervenierte. Für Unsicherheit habe aber auch das Flugverhalten der Cessna gesorgt. Laut der französischen machte Berset zwei kurze Landungen auf den französischen Flugplätzen Châtellerault und Loudun. 

Berset soll Luftwaffenbasis zu nahe gekommen sein

Schliesslich sei ein Rafale losgeschickt worden. Der Kampfjet habe das Flugzeug bis zur Landung auf dem Flughaufen Thouars begleitet. Nach einer Identitätskontrolle am Boden sowie einem Austausch über den Sachverhalt konnte Alain Berset seinen Flug mit dem von ihm gemieteten Flugzeug wieder aufnehmen.

Auf verschiedene Medienanfragen hin hält das EDI fest, dass keinerlei Rechtsverfahren eröffnet wurden. Es bestätigte den Vorfall im Wesentlichen, sagt aber: «Privatsache», schreibt die «NZZ». Bundesrat Berset habe in seiner Freizeit einen Trainingsflug absolviert. Dabei sei es im Funkverkehr zu einem «Missverständnis» gekommen, so das EDI. 

Mögliche Flugroute

Der Vorfall wurde laut der «NZZ» ebenfalls dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron gemeldet. Dies, weil Alain Berset ein Mitglied der Schweizer Landesregierung ist.

Die «NZZ» hat mit Radardaten Teile der Flugroute nachvollzogen. Die Zeitung will dabei Parallelen gefunden haben zum Besuch von Berset am Montreux Jazz Festival und zum Besuch des italienischen Gesundheitsministers in Graubünden. Aviatik-Freund Berset habe seinen Amtskollegen aus Rom auf die Rega-Basis in Samedan geführt.

Alain Berset hat seine Pilotenlizenz 2009 erworben. Er mietet gelegentlich ein einmotoriges Sportflugzeug.

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(pco)

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