Talk mit Christoph Blocher – «Die Schweiz braucht einen Corona-General»
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Talk mit Christoph Blocher«Die Schweiz braucht einen Corona-General»

Corona-Pandemie, EU-Verhandlungen und Führungsqualitäten: Im Live-Talk mit 20 Minuten stellte sich Christoph Blocher den Fragen der 20-Minuten-Community.

von
Fabian Pöschl
Sandro Spaeth

Der Talk mit Christoph Blocher in voller Länge.

20 Minuten

Darum gehts

  • Die Community konnte Christoph Blocher Fragen stellen.

  • 20 Minuten besuchte den Alt-Bundesrat in seinem Büro in Herrliberg.

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Wie urteilt Christoph Blocher über die Politik des Bundes in der Corona-Krise? Wo sieht der 81-jährige Alt-Bundesrat Verbesserungspotenzial? Blocher hat in der SVP-Partei zwar kein offizielles Amt mehr, ist aber immer noch präsent und will nun auch nochmals gegen das neue Rahmenabkommen mit der EU kämpfen.

Im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro» hat 20 Minuten am Mittwochmittag Christoph Blocher in seinem Büro in Herrliberg getroffen. Dabei beantwortete Blocher Fragen der 20-Minuten-Community.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Livechat siehst du hier in den Videos:

«Das ging in Richtung Diktatur»

Sind Sie zufrieden mit dem Bundesrat in der Corona-Krise? «Der Anfang war nicht gut, das war kopflos», sagt Christoph Blocher. Alain Berset habe zu fest auf seinen Ruf geachtet und auch die Experten. «Das ist in der Krise Gift», so Blocher.

«Alain Berset hat zu fest auf seinen Ruf geachtet»

Wo sehen Sie das grösste Verbesserungspotenzial beim Bundesrat? «Es braucht zuerst mal einen Verantwortlichen wie im Krieg den General», sagt Blocher. Dieser müsse fundierte Anträge an die Regierung beschliessen können.

«Sie wollten mein Geschäft kaputtmachen»

Ivan fragt, wie Christoph Blocher mit dem Hass gegen ihn klarkommt? «Zweifel gehören dazu, aber nicht weil sie Dreck über dem Kopf ausleeren», sagt Blocher. Andere Politiker hätten sein Geschäft kaputtmachen wollen, weil er zu mächtig geworden sei. «Man muss untendurch, aber so viel Macht haben sie nicht, um einen umzubringen», sagt Blocher.

«Meine Abwahl empfanden viele als dreckiges Spiel»

Andreas fragt, ob Blocher die Abwahl im Bundesrat 2007 immer noch wurmt? «Nein, aber ich bedaure, dass ich nicht tun konnte, was ich für die nächsten vier Jahre vorhatte.» Von der Abwahl haben er und die Partei aber profitiert. Viele Leute hätten seine Abwahl für ein dreckiges Spiel gehalten.

«Wenn die EU die Schweiz mit der Armee überfallen will, soll sie nur kommen»

Veronica fragt, wie die Schweiz in der heutigen Welt noch unabhängig sein könne? «Das hiess es schon vor 30 Jahren. Der Schweiz geht es so gut, weil sie nicht in die EU ging», sagt Blocher. Wenn die EU die Schweiz mit der Armee überfallen will, sollen sie nur kommen, so Blocher. Dann würde die ganze Welt sehen, wie die EU ein freiheitsliebendes Volk unterdrücke.

«Als EU-Bürger kannst du nicht mehr selber entscheiden»

Malina will wissen, ob Christoph Blocher in seinem Alter noch spürt, was die jüngere Generation will. «Ich habe vier Kinder und zwölf Enkel, ich spüre, was die wollen, aber muss man ihnen jeden Wunsch erfüllen?», so Blocher. Wichtig für die Jugend sei eine Schweiz, die selber bestimmen könne.

Unternehmer, Politiker, Kunstsammler

Christoph Blocher blickt auf eine langjährige Karriere zurück. Als Student in die Rechtsabteilung der EMS-Chemie eingestiegen, machte er rasch Karriere und übernahm 1983 die Aktienmehrheit des Unternehmens, das heute von Blochers Tochter Magdalena Martullo-Blocher geführt wird.

Blochers politische Karriere führte vom Gemeinderat Meilen über den Nationalrat in den Bundesrat. 2004 bis 2007 war Christoph Blocher Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). Im Dezember 2007 wurde der SVP-Magistrat abgewählt. Eine solche Abwahl geschah seit 1848 erst vier Mal. Seit 2017 ist Christoph Blocher Verleger zahlreicher Gratiszeitungen.

Christoph Blocher ist aber auch ein Kunstliebhaber und Sammler. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung mit Meisterwerken der Schweizer Malerei aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert. In Blochers Besitz sind viele Werke von Ferdinand Hodler, Albert Anker und Alberto Giacometti.

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