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Interview mit SRF 3Alain Berset über Fondue, Alkohol und seine Glatze

Gesundheitsminister Alain Berset stellte sich 100 ungewöhnlichen Fragen von SRF 3. Dabei gibt er Fehler zu, spricht über das Gefühl, genug zu haben, und auch über Privates.

von
Katja Fässler

Die meistgegoogelte Person der Schweiz ist Alain Berset, was dieser aber bis anhin nicht gewusst habe, wie er gegenüber SRF-Redaktor Dominic Dillier im 40-minütigen Interview verrät. Trotz dieser Popularität: Er sei nun halt nicht mehr die unumstrittene Leaderfigur wie zu Anfang der Pandemie, so Dillier.

«Die starke Unterstützung hat mir anfänglich wirklich geholfen», so Berset. «Dass es auch Kritik gibt, ist normal. Wer das nicht verkraftet, sollte nicht in die Politik.» Aber Hand aufs Herz, hakte der SRF-Journalist nach, wie oft er denn genug gehabt habe von der Pandemie. «Ziemlich oft», so Berset. «Spätestens seit dem Sommer.»

Keine Zeit für Einsamkeit

Auf Fragen wie «Würden Sie das nochmals ein Jahr durchhalten?», «Hat ein Bundesrat überhaupt Zeit für ein Burn-out?» und «Haben Sie in der Wut schon einmal etwas kaputtgemacht?», antwortet der Gesundheitsminister gewohnt solide und unaufgeregt. Er habe tatsächlich immer gearbeitet, für Einsamkeit bleibe keine Zeit, es sei erstaunlich, was man alles ertragen kann, und nein, kaputt ging nie etwas. Verstärkter Alkoholkonsum? Nicht bei Bundesrat Berset. Im Gegenteil, er trinke seit der Pandemie weniger – was natürlich gut sei.

Sogar auf sehr persönlicher Ebene entlockt ihm Dillier den einen oder anderen Spruch. Seine männliche Seite als Politiker? Das Zigarrenrauchen. Ob er jemals unter seiner Glatze gelitten habe? «Nein», sagt Berset erst mit ernster, überraschter Miene und dann schmunzelnd: «Zum Glück nicht.» Und wo ist Berset am konservativsten? Beim Fondue, das müsse immer Vacherin sein.

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