Nach Umrundung des Kap Hoorn: Alan Roura auf dem letzten Teilstück der härtesten Regatta der Welt
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Nach Umrundung des Kap HoornAlan Roura auf dem letzten Teilstück der härtesten Regatta der Welt

Bei der Vendée Globe ist der Schweizer Alan Roura immer noch im Rennen. Mit havariertem Boot umrundet er das Kap Hoorn und ist wieder im Atlantik angekommen.

von
Erik Hasselberg

Der Schweizer Alan Roura befindet sich auf dem letzten Teilstück der härtesten Segelregatta der Welt. Mit havariertem Boot umrundet er Kap Hoorn und segelt wieder im Atlantik.

Video: Vendée Globe Media

Darum gehts

  • Am 8. November startete die Vendée Globe.

  • Bei der härtesten solo-nonstop-Regatta, die ohne fremde Hilfe absolviert werden muss, ist mit Alan Roura auch ein Schweizer dabei.

  • Der 27-Jährige hat mit seiner beschädigten Jacht jetzt das letzte Südkap umrundet.

Es ist ein kurzer, ein kleiner Moment der Freude, den Alan Roura auf seinem Boot geniessen kann. Er köpft eine Flasche Champagner, für sich und das Schiff, das ihn so 36’500 Kilometer durch alle Weltmeere bis hierhin, bis zum Kap Hoorn, dem südlichsten Zipfel Südamerikas, gebracht hat – kein Ding der Selbstverständlichkeit bei dieser Vendée Globe, der härtesten Segelregatta der Welt.

Die Route der Vendée Globe und die Position von Alan Roura (oranges Boot am unteren Bildrand).

Die Route der Vendée Globe und die Position von Alan Roura (oranges Boot am unteren Bildrand).

Screenshot: www.vendeeglobe.org/en/tracking-map

Am 8. November des letzten Jahres war der 27-jährige Schweizer mit sechs Frauen und 26 Männern in Les Sables-d’Olonnes, einem am Atlantik gelegenen französischen Küstenstädtchen, in See gestochen, um die Welt zu umrunden. Alleine, nonstop und ohne fremde Hilfe. Mit dem Ziel, bei seiner zweiten Teilnahme einen Top-10-Platz zu erreichen und für sein Vorhaben weniger als 80 Tage zu benötigen. Beides wird er, der jüngste Skipper im Feld, nicht mehr erreichen. Zu beschädigt ist sein Boot.

Er muss die Nahrung rationieren

Kurz nach Weihnachten entdeckte der Genfer einen neuerlichen Schaden an seiner Jacht: die Hydraulik des schwenkbaren Kiels, das Gegengewicht unter Wasser, das ein Kentern verhindert, funktioniert seither nicht mehr – trotz mehrstündigen Reparaturversuchen. Die Folge: Roura kann nicht mehr am Limit segeln, muss Kompromisse eingehen für seine eigene Sicherheit. Somit hängt der Westschweizer mit dem langen, schwarzen Bart, seinem eigenen Zeitplan noch weiter hinterher, muss seine Nahrung an Bord, die ursprünglich für 80 Tage ausgelegt war, noch weiter rationieren. Inzwischen sind 68 Tage seit dem Start vergangen.

Die Umrundung des letzten von drei Südkaps, sie hat Roura sichtlich gut getan. Noch wähnt er sich aber nicht am Ziel, noch sind es 11’600 Kilometer bis zum Start- und Zielhafen in Les Sables-d’Olonne zu segeln für den zur Zeit auf dem 15. Platz segelnden Schweizer. Die führenden Boote werden Ende Januar wieder im Ziel erwartet. Von 33 gestarteten Skipperinnen und Skippern mussten bislang 7 das Rennen aufgeben, wobei einer von ihnen in einer dramatischen Aktion aus Seenot gerettet werden musste. Die Ausfallquote ist damit deutlich niedriger als der Schnitt von rund 50 Prozent bei den acht bisherigen Austragungen der Vendée Globe.

Deine Meinung

11 Kommentare
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Baghira1717

15.01.2021, 12:17

Einfach manifique was er da vollbringt. Ich habe keine Ahnung von Segeln..aber ganz alleine um die Welt....geile Vorstellung. All die welche hier jetzt negative Sachen berichten haben wohl ein sehr langweiliges Leben. Chapeaux continuer!!!!!

Segelfreund

15.01.2021, 11:38

Tolle Leistung Alan, aber sei bitte ein wenig wehleidiger und melodramatischer in deinen Videos! Bei den vielen Materialproblemen im Feld muss man sich fragen, ob man das Material nicht etwas stabiler bauen und noch mehr testen sollte.

Fabrizius

15.01.2021, 11:04

Das war wohl nichts mit Roura und seiner Fabrik! Quasi von allen nach und nach überholt. Er sticht aber heraus in Social Medias, man mags oder man mags nicht ich mags nicht - Pseudopopulismusnotgeil