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Alarm am Drei- Schluchten-Damm

Überschwemmungen und Erdrutsche nach tagelangen Regenfällen haben im südlichen Chinas mindestens 114 Menschen das Leben gekostet.

Am Drei-Schluchten-Staudamm wurde am Dienstag der Alarmzustand ausgerufen, nachdem mehrere Flutwellen durch die riesigen Staubecken des Jangtses geschwappt waren, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. In Japan mussten 20.000 Menschen vor dem Taifun «Songda» in Sicherheit gebracht werden, der mit Windstärken bis zu 144 Stundenkilometern über die Insel Kyushu hinwegfegte.

Chinesische Behörden versetzten mehrere tausend Soldaten des Heeres und der Marine in Einsatzbereitschaft. Die meisten Toten fielen Erdrutschen oder einem plötzlichen Anstieg der Wassermassen in engen Bergtälern zum Opfer. Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

Allein in der Region Sichuan wurden 81 Menschen getötet. 33 weitere Todesopfer wurden aus Chongqing am Jangtse gemeldet. Auf Fernsehaufnahmen aus verschiedenen Gegenden waren Männer zu sehen, die bis zur Brust im Wasser standen und ihre Frauen und Kinder auf LKW-Reifen durch die überschwemmten Strassen zogen.

Fast 9.000 Menschen wurden nach Angaben des Katastrophenministeriums verletzt oder infizierten sich mit vom Hochwasser verbreiteten Krankheiten. Im Umkreis von Chongqing hätten 100.000 Menschen kein sauberes Trinkwasser mehr, berichtete Xinhua.

3.000 Menschen verloren dem Bericht zufolge ihre Wohnungen und mussten in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden untergebracht werden. Die Regierung habe Sanitäter entsandt und für die gesamte Region 40 Millionen Yuan (3,9 Millionen Euro) Katastrophenhilfe bereitgestellt.

Über eine Million Haushalte in Japan ohne Strom

Infolge heftiger Böen des Taifuns «Songda» trugen in Japan 75 Menschen Verletzungen davon. Darunter war auch ein 13-Jähriger, der auf dem Heimweg von der Schule vom Wind umgerissen wurde, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Auf einem indonesischen Frachtschiff seien 22 Besatzungsmitglieder über Bord gespült worden, hiess es weiter. Berichten zufolge sank ausserdem ein russischer Frachter mit 19 Menschen an Bord.

Auf den japanischen Inseln Kyushu und Honshu waren 1,35 Millionen Haushalte ohne Strom. Sechs Häuser wurden zerstört und 21 weitere überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 400 Flüge wurden nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK vorsorglich abgesagt, die wichtigste Eisenbahngesellschaft in Kyushu stellte ihren Betrieb ein. Der japanische Wetterdienst warnte, nach zwei Erdbeben am Sonntag könnten die schweren Regenfälle Schlammlawinen auslösen. Meteorologen rechneten mit 40 Zentimeter Regen in den nächsten Stunden.

«Songda» ist bereits der siebte Taifun, der Japan in diesem Jahr heimsucht - ein neuer Rekord. Erst in der vergangenen Woche hatte der Taifun «Chaba» neun Menschen in den Tod gerissen. Fast 20.000 Häuser wurden überschwemmt. (dapd)

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