Aktualisiert 04.08.2004 11:33

Alarmstufe Orange: US-Regierung wehrt sich

Die wegen der jüngsten Terrorwarnung kritisierte US-Regierung hat ihr Vorgehen weiter gerechtfertigt. Es handle sich nicht nur um zum Teil Jahre alte Informationen. Noch am späten Freitagabend seien «neue Hinweise» aufgetaucht.

Die jüngste US-Terrorwarnung beruhe auch auf aktuellen Hinweisen. «Sehr aktuelle und jüngste Aktivitäten von El Kaida» deuteten darauf hin, dass die Terrororganisation davor stehe, Anschläge in den USA zu verüben, berichtete die «New York Times» am Mittwoch. Sie berief sich dabei auf einen ranghohen Mitarbeiter der US-Geheimdienste.

Professionell und sorgfältig

Ein leitender Mitarbeiter des Ministeriums für innere Sicherheit sagte der Zeitung, die Regierung habe ihre Informationen aus mehr als einer Quelle bezogen. Am späten Freitagabend seien «neue Hinweise» aufgetaucht.

Nach einer Reihe von Festnahmen in Pakistan hatte die US- Regierung dem Bericht zufolge vergangene Woche Informationen bekommmen, die auf mehreren Computern sichergestellt worden waren und die auf geplante Anschläge in den USA hindeuteten.

Die «New York Times» zitierte mehrere ranghohe Mitarbeiter von Regierung und Geheimdiensten, nach deren Worten die Dokumente in «perfektem Englisch» geschrieben waren.

Dies lasse darauf schliessen, dass der Verfasser offensichtlich «längere Zeit im Westen gelebt» habe. Das Material mache einen «aussergewöhnlich professionellen, aussergewöhnlichen sorgfältigen» Eindruck.

«Nicht neu»

Ranghohe Vertreter der US-Regierung hatten am Dienstag nach entsprechenden Zeitungsberichten zugegeben, dass die El-Kaida- Unterlagen, die zur Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen geführt hatten, «nicht neu» seien.

Die Berichte von 2000 und 2001 seien jedoch teilweise in diesem Jahr aktualisiert worden, hiess es von Seiten der Regierung ohne näheren Angaben.

Aufgrund der Medienberichte über die teils Jahre alten Informationen hatte die US-Regierung am Dienstag ihr Vorgehen gerechtfertigt. Zudem wies sie Vorwürfe zurück, sie habe aus wahltaktischen Motiven gehandelt.

Der US-Minister für innere Sicherheit, Tom Ridge, hatte am Sonntag die zweithöchste Alarmstufe für fünf Finanzinstitute in New York, Washington und Newark ausgerufen. (sda)

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