Fische werden kleiner: Alaska-Lachse schrumpfen wegen Klimawandel und Fischzucht
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Fische werden kleinerAlaska-Lachse schrumpfen wegen Klimawandel und Fischzucht

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Lachse in Alaska an Grösse einbüssen. Die Fische werden immer kleiner. Grund dafür sollen der Klimawandel und die kommerzielle Fischzucht sein.

von
Bianca Lüthy
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Die Lachse in Alaska werden immer kleiner. 

Die Lachse in Alaska werden immer kleiner.

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Die Fische verlieren an Körpergrösse, weil sie mit Zuchtlachsen um Nährung kämpfen müssen. 

Die Fische verlieren an Körpergrösse, weil sie mit Zuchtlachsen um Nährung kämpfen müssen.

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Der kommerzielle Fischfang hat das Ökosystem der Lachse durcheinandergebracht. 

Der kommerzielle Fischfang hat das Ökosystem der Lachse durcheinandergebracht.

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Darum gehts

  • Die Lachse in Alaska werden kleiner.
  • Das haben Wissenschaftler herausgefunden.
  • Für das Schrumpfen der Lachse seien der Klimawandel, Fischzuchten und der kommerzielle Fischfang verantwortlich.

«Dieses Jahr habe ich keine grossen Lachse gefangen», sagt Richard Burnham, der seit 40 Jahren in Alaska Lachse fischt. Da ist Burnham nicht der Einzige, denn auch seine Fischer-Kollegen beobachten dieses Jahr Ähnliches. Wissenschaftler haben das Phänomen nun unter die Lupe genommen und die Körpergrösse von Alaska-Lachsen der Sorten Chinook, Sockeye, Silver und Chum untersucht.

Die Region Yukon in Alaska ist bekannt für ihre Lachsproduktion. Forscher haben dort festgestellt, dass die Chinook-Lachse heute 10 Prozent kleiner sind als die Fänge, die Fischern vor den 90er-Jahren ins Netz gingen. Bei den Sockeye-Lachsen waren es 2 Prozent und bei den Silver-Lachsen 3 Prozent.

Für das Schrumpfen der Lachse sind laut den Autoren der Studie der Klimawandel und die mangelnde Nahrung der Fische verantwortlich. Demnach verringere der Klimawandel die Qualität und Verfügbarkeit der Nahrung der Lachse.

Kommerzieller Fischfang verantwortlich

Auch die vielen kommerziellen Fischzuchten und die Überfischung der Meere haben einen Einfluss auf die immer kleiner werdenden Fische. Wie «The Guardian» schreibt, setzen kommerzielle Züchter pro Jahr 5 Milliarden Lachse im Pazifik aus. Es wird geschätzt, dass 15 Prozent aller Fische im Nordpazifik Lachse sind, die aus Zuchten stammen.

Bei kommerziellen Fischern seien diese besonders beliebt, doch bei Anglern hingegen gar nicht. Sie bezeichnen diese Art Fische als eine Plage. Laut Curry Cunningham, Mitautor der Studie und Professor an der Universität Alaska Fairbanks, hat der kommerzielle Fischfang und -handel in der Region grossen Schaden angerichtet: «Sockeye-Lachs ist heute 50 Cent weniger wert als noch vor ein paar Jahren.» Und dies sei nicht auf die abnehmende Grösse zurückzuführen, sondern auf die vielen Zuchtlachse im Pazifik.

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