Reisetrend 2017: Albanien – die neue Destination für Hipster

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Reisetrend 2017Albanien – die neue Destination für Hipster

Albanien könnte für den Tourismus das neue Spanien werden: Dieses Jahr kommt der Reisetrend langsam in Gang.

von
Isabel Strassheim
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Die Küste von Albanien ist mehr als 350 Kilometer lang mit Sand- und Kieselstränden an Adria und Ionischem Meer. Im Bild: Der Strand bei Gjiri Lalzit.

Die Küste von Albanien ist mehr als 350 Kilometer lang mit Sand- und Kieselstränden an Adria und Ionischem Meer. Im Bild: Der Strand bei Gjiri Lalzit.

epa/Armando Babani
Albanien will Touristen anlocken, die die meisten Länder in Europa schon kennen, aber noch etwas Neues oder Unerwartetes sehen wollen. Im Bild: Kap Rodon in Mittelalbanien.

Albanien will Touristen anlocken, die die meisten Länder in Europa schon kennen, aber noch etwas Neues oder Unerwartetes sehen wollen. Im Bild: Kap Rodon in Mittelalbanien.

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Die Grossstadt Durrës – im Bild Strand und Pier – ist die wichtigste Hafenstadt des Balkan-Landes.

Die Grossstadt Durrës – im Bild Strand und Pier – ist die wichtigste Hafenstadt des Balkan-Landes.

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Internationale Hotels gibt es noch kaum in Albanien. Aber erste Pauschalreiseangebote kommen: Baumeler Reisen startet dieses Jahr gleich mit vier Touren. «Mit den Buchungszahlen sind wir zufrieden», sagt Geschäftsführer Serge Brunner zu 20 Minuten. Das Land lockt Leute, die die meisten Länder in Europa schon kennen, aber noch etwas Neues oder Unerwartetes sehen wollen.

Und etwas Ursprüngliches. Das heisst: kaum verbaute Küsten, leere Strände und tiefe Preise in familiengeführten Herbergen ohne Minibar, eingeflogene Frühstücksbutter-Päckli oder Kontinental-Menüs. «Das Essen ist regional und hausgemacht, manchmal kommt das Gemüse aus dem eigenen Garten», sagt Brunner. Weil noch keine grossen Touristenscharen kämen, sei das möglich.

Eine Million mehr Touristen

«Albanien steckt im Moment in der Tourismusphase, in der die Infrastruktur zu stimmen beginnt, aber noch kaum jemand davon weiss», erklärt Brunner. Ein neues Reiseland nach dem Vorbild von Spanien könnte langsam am Entstehen sein. Die Zahl der Touristen stieg von 2014 auf 2016 um eine Million auf 4,7 Millionen an, wie das albanische Wirtschaftsministerium auf Anfrage von 20 Minuten mitteilte.

Für die grosssen Anbieter wie Hotelplan oder Tui Suisse ist Albanien momentan aber kein Thema. «In unseren Prospekten führen wir Albanien nicht, bieten unseren Kunden jedoch individuell zusammengestellte Reisen auf Wunsch gern an», sagt Tui-Sprecherin Bianca Schmidt. Es gebe aber sehr wenige Buchungen. Von der griechischen Insel Korfu aus gebe es von Tui aber Tagesausflüge nach Albanien.

Alternative zu Spanien

Die Küste des Landes ist mehr als 350 Kilometer lang mit Sand- und Kieselstränden an der Adria und am Ionischen Meer. Albanien wäre also eine valable Alternative zu den derzeit überlaufenen Mittelmeerdestinationen Spanien, Griechenland und Kroatien. Im Trend liegt das Balkanland schon bei Hipstern und Backpackern: Etwa auf Airbnb oder auf Hotelplattformen wie Booking.com fällt auf, dass die Zahl der deutschsprachigen Gästekommentare zunimmt.

Lonely Planet hatte das Land schon 2011 zur Topdestination ausgerufen. Und für 2016 erklärte der Reiseführer die albanische Insel Sazan zu einem der wichtigsten Reiseziele weltweit. Das kommunistische Regime Albaniens hatte dort eine Bunkerfestung für den Fall eines Atomkriegs gebaut. Nun diskutieren die Albaner, wie sie für den Tourismus umgenutzt werden könnte.

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