Albert Schweizer kommt nach 22 Jahren frei

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HawaiiAlbert Schweitzer sass 20 Jahre unschuldig im Gefängnis – jetzt kommt er frei

Der Mann war zu Unrecht des Mordes an einer US-Touristin verurteilt worden. Nach seiner Entlassung sei der Hawaiianer «völlig durcheinander» gewesen. 

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Wegen eines Mordes an einer US-Touristin im Jahr 1991 wurde Albert Schweitzer im Jahr 2000 zu 130 Jahren Haft verurteilt. Bild: Schweitzer bei seiner Schul-Albschlussfeier.

Wegen eines Mordes an einer US-Touristin im Jahr 1991 wurde Albert Schweitzer im Jahr 2000 zu 130 Jahren Haft verurteilt. Bild: Schweitzer bei seiner Schul-Albschlussfeier.

Schweitzer family /Innocence Project
Schweitzer wurde als letzter der drei einheimischen Männer, die im Zusammenhang mit der Tat verurteilt wurden, auf freien Fuss gesetzt. Im Bild: das oberste Gericht in Hawaii. 

Schweitzer wurde als letzter der drei einheimischen Männer, die im Zusammenhang mit der Tat verurteilt wurden, auf freien Fuss gesetzt. Im Bild: das oberste Gericht in Hawaii. 

PantherMedia / Erich Schmidt

Darum gehts

  • In Hawaii ist ein Mann nach 25 Jahren Haft freigesprochen worden.

  • Ursprünglich wurde der Hawaiianer namens Albert Schweitzer gar zum Tode verurteilt.

  • Die Organisation Innocence Project kämpfte für die Freilassung des Mannes.

Nach der Vorlage neuer Beweise hat ein Richter im US-Staat Hawaii die umgehende Freilassung eines Mannes angeordnet, der im Zusammenhang mit dem Mord an einer Frau 1991 mehr als 20 Jahre im Gefängnis sass. Albert Schweitzer müssten sofort alle Fesseln abgenommen werden, sagte Richter Peter Kubota am Dienstag unter dem Applaus der Zuschauer im Gerichtssaal in Hilo. Der Verurteilte war vom Gefängnis in Arizona auf die Inselgruppe gebracht worden.

Albert Schweitzer wurde unschuldig zu 130 Jahren Haft verurteilt

Er sei völlig durcheinander gewesen, beschrieb Schweitzer den Moment seiner Entlassung in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Das Rechtssystem sei unzulänglich, sagte er und bezeichnete sich als einer von vielen Häftlingen, die die ihnen zur Last gelegte Tat nicht begangen hätten. Zuvor sagte er Reportern, er sei dankbar, dass der Richter nun ehrenhaft gehandelt habe. Schweitzer wurde 2000 schuldig gesprochen und zu 130 Jahren Haft verurteilt.

Die 23-jährige Frau war am Weihnachtsabend 1991 auf Big Island vergewaltigt und getötet worden. Ihr Fahrrad wurde mehrere Kilometer entfernt gefunden und schien von einem Auto angefahren worden zu sein. Das Verbrechen an der blonden, blauäugigen Touristin aus Virginia schlug in Hawaii hohe Wellen, blieb aber jahrelang ungeklärt. Die Polizei stand unter Druck, den Täter endlich zu finden. Ein Mann, der unter Drogenverdacht festgenommen wurde, brachte die Ermittler auf die Spur von Schweitzer, seinem Bruder und einem weiteren Mann. 

Der wahre Täter ist weiter unbekannt

Schweitzer wurde als letzter der drei einheimischen Männer, die im Zusammenhang mit der Tat verurteilt wurden, auf freien Fuss gesetzt. Die zuvor in dem Fall vorgelegten DNA-Beweise gehörten zu einem unbekannten Mann, und alle drei verurteilten Männer wurden als Quellen ausgeschlossen. Neue DNA-Beweise zeigten einer Petition zufolge, dass ein blutbeschmiertes T-Shirt, das in der Nähe des Opfers gefunden wurde, demselben unbekannten Mann gehörte und nicht einem der drei Verurteilten, wie die Staatsanwaltschaft behauptete.

«Nach 25 Jahren Haft für ein Verbrechen, das Herr Schweitzer nicht begangen hat, möchte er unbedingt seinen Namen reinwaschen und zu seiner Familie zurückkehren», sagte Susan Friedman, eine von Schweitzers Anwältinnen des Innocence Project. Sie bezeichnete den damaligen Gerichtsfall als «einen der aufsehenerregendsten Fälle, die Hawaii je gesehen hat» und machte den öffentlichen Druck und die unaufhörliche Medienaufmerksamkeit für die falschen Verhaftungen verantwortlich.

In einem neuen Verfahren würde Schweitzer heute nicht wegen des Todes der Frau verurteilt werden, hiess es in der Petition der Organisation Innocence Project an das Gericht. «Tatsächlich würde ein Staatsanwalt Herrn Schweitzer wahrscheinlich nicht einmal für dieses Verbrechen verhaften.»

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(dpa/fis)

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