Rarität: Albino-Krähe vor Artgenossen gerettet
Aktualisiert

RaritätAlbino-Krähe vor Artgenossen gerettet

Die Wildstation Utzenstorf BE beherbergt seit kurzem eine absolute Rarität: eine weisse Krähe. Der genetische Mutant wurde von seinen Artgenossen verstossen.

von
Alessandro Meocci

Schon in der griechischen Mythologie attestierte man der weissen Krähe magische Kräfte. Diese Laune der Natur ist eine regelrechte Sensation im Wildtierbereich: «Die Chancen dafür stehen etwa bei eins zu einer Million», sagt Wolfgang Fiedler vom deutschen Max-Planck-Institut für Ornithologie. «Ich beobachte nun seit 30 Jahren Vögel – eine weisse Krähe ist mir noch nie begegnet», bestätigt auch Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach.

Ein Mann hatte den vier bis fünf Wochen alten, vollkommen weissen Vogel bei seinem Haus im Krauchthal «aufgelesen» und am Montagabend in die Wildstation nach Utzens­torf gebracht: «Die Krähe hat in der Laube Zuflucht gesucht», sagt Stationsleiter Roger Lütolf. Andere Krähen hätten den weis­sen Artgenossen bereits in die Mangel genommen. «In der Natur würde das Tier nicht lange überleben», so Ornithologe Fiedler. Dafür sei ein solches Exemplar bei Sammlern umso begehrter.

Mit Früchten und Hundefutter wird die Albino-Krähe nun fünf- bis sechsmal täglich aufgepäppelt: «Momentan gebe ich ihr Trauben und Mango», sagt Tierpflegerin Cornelia Schertenleib. Das spezielle Tier, das gezwungenermassen gezähmt wird, soll künftig als Botschafter der Wildstation fungieren. Lütolf: «Auf einen Namen konnten wir uns noch nicht einigen.» Zur Auswahl stünden Schneeflocke oder Perle.

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