Aktualisiert 17.09.2018 04:41

«Magische Erscheinung»

Albino-Rehkitz streift durch Freiburger Wälder

Ein Leser-Reporter hatte diese Tage ein besonderes Erlebnis: In einem Wald im Kanton Freiburg sichtete der Bauer ein Albino-Reh. Das Tier dürfte es im Leben nicht einfach haben.

von
miw

Plötzlich knackte es im Unterholz – «und dann erblickte ich etwas, was ich meiner Lebtag noch nie gesehen habe», sagt Leser-Reporter Yanic Vonlanthen (26): Auf einem Spaziergang im Kanton Freiburg lief ihm im Wald ein junges Albino-Reh über den Weg. Für den Landwirt eine beinahe magische Erscheinung: «Das weisse Fell leuchtete richtig, es sah sehr schön aus.» Grund für das helle Fell: Albinos fehlen rote, braune oder schwarze Farbpigmente, die sogenannten Melanine. Dieser Pigmentierungs-Fehler ist in der Natur äusserst selten.

Zum Glück hatte der junge Freiburger das Handy schnell zur Hand. So konnte er filmen, wie das weisse Bambi über die Wiese lief, dicht gefolgt von dessen wachsamen Mutter: «Im Gegensatz zum Rehkitz war das Fell der Mutter ganz braun», so Vonlanthen.

Obwohl der Landwirt die einmalige Szenerie mucksmäuschenstill beobachtete, entdeckte ihn das Duo nach kurzer Zeit. Sofort suchten Mutter und Albino-Baby im Dickicht des Walde Schutzs.

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Dieses Albino-Krokodil lebt im Park Sioux City auf den Kanarischen Inseln.

Dieses Albino-Krokodil lebt im Park Sioux City auf den Kanarischen Inseln.

Keystone/Theme Park Sioux City / ho
Gleich doppelt speziell ist diese Kettennatter, die im Zoo von Moskau lebt. Denn sie ist nicht nur ein Albino, sondern hat erst noch zwei Köpfe. (19. März 2013)

Gleich doppelt speziell ist diese Kettennatter, die im Zoo von Moskau lebt. Denn sie ist nicht nur ein Albino, sondern hat erst noch zwei Köpfe. (19. März 2013)

AFP/Katya Abramkina
Nala springt am 11. Oktober 2012 durch ihr Gehege im Zoo von Duisburg. Das Känguru ist fünf Monate alt.

Nala springt am 11. Oktober 2012 durch ihr Gehege im Zoo von Duisburg. Das Känguru ist fünf Monate alt.

Keystone/Roland Weihrauch

Wer ein Albino-Reh erschiesst, wird verflucht

Wo genau die Tiere gesichtet wurden, will der Leser nicht verraten: «Die genaue Ortschaft möchte ich nicht bekannt geben, da die Jagdsaison gerade angefangen hat. Ich möchte nicht, dass das Albino-Reh geschossen wird.» Er habe Angst, eine Trophäenjagd auf das seltene weisse Kitz könnte beginnen.

Doch ein Albino-Tier zu erlegen, ist eine Art Tabu und gilt gar als äusserst gefährlich. Wer ein solches Tier schiesst, den erwartet laut einer Legende nämlich innert einem Jahren den eigenen Tod. Als Beispiel gilt der Tod von Franz Ferdinand: Der österreichische Thronfolger schoss eine weisse Gämse. Ein Jahr später wurde er 1914 beim Attentat in Sarajewo getötet, was als Auslöser des Ersten Weltkrieges gilt.

Weisses Bambi ist dennoch leichte Beute

Während sich wohl kein Jäger an einem Albino-Reh die Finger verbrennen will, hat es das weisse Freiburger Rehli dennoch nicht leicht: Albinos sind in freier Wildbahn besonders gefährdet. Tiere, die normalerweise durch eine braune oder dunkle Farbe gut getarnt sind, fallen durch ihr leuchtendes Fell auf und werden dadurch leichte Beute. Laut dem Leserreporter geht es dem Freiburger Kitz aber noch bestens: «Das Albino-Reh machte einen gesunden Eindruck. Es war zwar sehr zart, aber dennoch gut genährt.» Und äusserst süss, versteht sich.

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