Comeback: Albrecht denkt sogar wieder an Abfahrtsstarts
Aktualisiert

ComebackAlbrecht denkt sogar wieder an Abfahrtsstarts

33 Monate nach seinem schweren Unfall steht Daniel Albrecht (28) vor der Saison der Wahrheit: Kann er tatsächlich an die Weltspitze zurückkehren?

von
Marcel Allemann
Setzt sich beim Fotoshooting und auf der Piste in Szene: Daniel Albrecht.

Setzt sich beim Fotoshooting und auf der Piste in Szene: Daniel Albrecht.

«Als ich das letzte Mal in Sölden gestartet bin, habe ich gewonnen. Deshalb ist es für mich einfach – ich brauche einfach nochmals dasselbe zu machen», sagt Albrecht vor dem ersten Weltcup-Riesenslalom am Sonntag. Natürlich meint der Walliser das nicht ernst, sondern mit Schalk im Gesicht. Zu viel ist geschehen seit seinem Sieg in Sölden 2008. Da war sein Horrorunfall im Abfahrtstraining von Kitzbühel im Januar 2009, seine monatelange Rehabilitation nach dem Schädel-Hirn-Trauma und die punktuelle Rückkehr in den Weltcup im letzten Winter. Nun steht Albrecht vor einer Saison, in der er sich als vollständiger Bestandteil des Teams wieder in den Weltcup zurückbeissen und Erfolgserlebnisse feiern will.

Vorsichtiger Optimismus ist durchaus angebracht – denn es gab Trainingsfahrten, in denen er sogar schneller war als Carlo Janka. «Es ist zwar nur ein Training, aber für mich trotzdem ein Highlight.» Aber es gab auch weniger positive Erlebnisse. Denn was dem dreifachen WM-Medaillengewinner von 2007 weiterhin abgeht, ist die Konstanz: «Manchmal bin ich sehr schnell, manchmal aber auch sehr langsam.» Deshalb hat sich Albrecht zum Ziel gesetzt, «gut zu fahren und zu schauen, was dabei heraus kommt».

Der Oberwalliser kann sich auch eine Rückkehr auf die Abfahrt vorstellen: «Für mich sind alle Disziplinen ein Thema. Die Abfahrt ist für mich nicht gefährlicher als die anderen.» Albrecht schliesst trotz der schlimmen Vorgeschichte sogar einen Start in Kitzbühel nicht kategorisch aus: «Die meisten wollen das zwar nicht. Aber sollte ich zuvor in einer Abfahrt plötzlich aufs Podest fahren, kann man mir doch einen Start auf der Streiff nicht verbieten.» Und mit einem Lächeln fügt der grosse Kämpfer an: «Es hat in Kitzbühel einige Kurven, die mir sehr gefal­len ...»

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