Laax Open 2023: Albtraum von Freeski-Star Giulia Tanno vorbei?

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Freeski-Star Giulia Tanno«Ich bin nicht jemand, der aufgibt»

Immer wieder warfen schwere Verletzungen den jungen Schweizer Freeski-Star zurück. Nun kehrt sie auf die Profi-Tribüne zurück.  

von
Nils Hänggi
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In der Karriere des Freestyle-Stars Giulia Tanno verlief vieles mies.

In der Karriere des Freestyle-Stars Giulia Tanno verlief vieles mies.

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Olympia 2022 verpasste sie wegen einer schweren Verletzung. 

Olympia 2022 verpasste sie wegen einer schweren Verletzung. 

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In einem emotionalen Insta-Post meldete sie sich damals zu Wort. Sie schrieb von einem «Albtraum», davon, dass sie nicht beschreiben könne, wie fest das schmerze.

In einem emotionalen Insta-Post meldete sie sich damals zu Wort. Sie schrieb von einem «Albtraum», davon, dass sie nicht beschreiben könne, wie fest das schmerze.

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Darum gehts

  • Das Laax Open 2023 steht an. 

  • Giulia Tanno ist mit von der Partie. 

  • Vor dem Wettkampf spricht sie über ihre schwere Zeit. 

Sie lächelt. Ski-Freestylerin Giulia Tanno (24) ist vor dem Laax Open 2023 gut drauf. Das ist nicht verwunderlich. Denn nach langer Leidenszeit ist sie endlich wieder zurück. Sie sagt: «Ich freue mich, es kommen sehr viele Leute, die ich kenne.» Ihr grösstes Ziel sei jedoch, dass sie sich nicht zu viel Druck mache.

Tanno: «Ganz ehrlich, es ist doch so: Jeder Sportler, jede Sportlerin macht sich selbst doch immer am meisten Druck.» Sie wolle einfach einen sauberen Run abliefern. «Resultatmässig habe ich überhaupt keine Ambitionen.» 

Klar, es sind nur Worte. Doch wenn man in die strahlenden Augen der 24-Jährigen schaut, merkt man: Sie meint es so, wie sie es sagt. 

«Ich bin nicht jemand, der aufgibt»

In der Karriere des Freeski-Stars verlief vieles bitter. Ja, Fans, Trainer und Experten fragten sich teils: Ist das alles nur Pech? Vorsehung? Schicksal? Niemand wusste die Antwort. Fakt ist: Tanno erlebte mehr als andere Sportlerinnen und Sportler in der ganzen Karriere. So verpasste die 24-Jährige voriges Jahr zum zweiten Mal hintereinander die Olympischen Winterspiele, weil sie kurz zuvor eine Verletzung erlitt. Sie riss sich das Kreuzband im linken Knie. 

Schaust du das Laax Open 2023?

In einem emotionalen Insta-Post meldete sie sich damals zu Wort. Sie schrieb von einem «Albtraum», davon, dass sie nicht beschreiben könne, wie fest das schmerze. «Manchmal ist es schwierig zu verstehen, warum gewisse Dinge im Leben passieren.» Aber: «Eines steht fest: Ich bin nicht jemand, der aufgibt.»

Nun sind mehrere Monate vergangen. Beim Laax Open ist die Bündnerin nun – wie erwähnt – wieder da. Sie tritt im Slopestyle an. Tanno nahm sich viel Zeit. Eine frühere Rückkehr passte für sie nicht. Sie war vorsichtig – der Grund: der Kreuzbandriss.

«Ich lande immer auf den Beinen, das Knie muss wirklich halten», so Tanno. Sie habe einfach kein Risiko eingehen wollen und so viel investiert wie noch nie nach einer Verletzung. In Laax werde sie noch nicht auf «Top-Top-Niveau» fahren, wie sie sagt. «Ich will einfach jeden Tag ein bisschen besser werden.» 

Giulia Tanno heimste viele Erfolge ein

Dass Tanno zu den talentiertesten Freestyle-Fahrerinnen weltweit zählt, ist klar. Im jungen Alter von 13 Jahren fing sie daheim in der Lenzerheide mit dem Freeski-Sport an. 2013 gab sie ihren Weltcup-Einstand mit einem 18. Platz im Slopestyle von Copper Mountain. Tanno war 15 Jahre jung. Seither bahnte sie sich ihren Weg unaufhaltsam an die Weltspitze. Sie, die Slopestyle und Big Air fährt, gewann etwa in der letztgenannten Disziplin 2020 und 2021 den Weltcup.  

Doch da waren auch die vielen Verletzungen. Tanno verpasste ja nicht nur die letzten beiden Winterspiele verletzungsbedingt. Auch an der WM 2019 stürzte sie in Park City im Big-Air-Training und musste die Saison vorzeitig beenden.

«Es ist nicht einfach»

Benötigt das Zurückkämpfen immer und immer wieder nicht unglaublich viel Kraft? Tanno gibt zu: «Es ist nicht einfach, ich arbeite auch mit einer Sportpsychologin zusammen.» Aber warum gibt sie dann nicht einfach auf? Die junge Bündnerin lacht und sagt: «Ich mache es einfach gerne und vor allem weiss ich, was möglich ist, wenn ich eine längere Zeit gesund bin.»

Nach Laax findet im Februar bereits im georgischen Bakuriani die nächste Freestyle- und Snowboard-WM statt. Mit Tanno? «Natürlich habe ich die Weltmeisterschaft im Hinterkopf», so die Schweizerin. «Aber schauen wir mal.» Sie wolle Tag für Tag, Wettkampf für Wettkampf nehmen. Das ist sicherlich gut so. Die 24-Jährige ist noch jung. Und wer weiss, was sie erst alles erreicht, wenn sie über eine längere Zeit verletzungsfrei bleibt?

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