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VerletzungssorgenAlbtraum WM-Vorbereitung

Riccardo Montolivo verpasst die WM wegen eines Schienbeinbruchs. Der italienische Captain gesellt sich damit zu einem illustren Kreis von Pechvögeln.

von
heg

Im WM-Vorbereitungsspiel Irland gegen Italien am Samstagabend sind noch nicht einmal zehn Minuten gespielt. Nach einem Zweikampf mit Alex Pearce liegt Riccardo Montolivo am Boden und krümmt sich vor Schmerzen. Er hat sich das Schienbein gebrochen, die WM ist futsch. Ein herber Schlag für die Squadra Azzurra. «Montolivo war für die Mannschaft wegen seines ausgewogenen Charakters und seiner starken Persönlichkeit eine Bezugsperson. Seine Teamkollegen sind geschockt», sagte Nationalcoach Cesare Prandelli nach der Partie. Für den verletzten Mittelfeldstar der AC Milan könnte der 21-jährige Marco Verratti von Paris Saint-Germain zum Zug kommen, der in der Vorbereitung überzeugte.

Das gleiche Schicksal ereilte Mexikos Luis Montes. Er brach sich im Testspiel gegen den Schweizer Gruppengegner Ecuador nach einem Zweikampf ebenfalls das Schienbein und muss sich die WM-Teilnahme abschminken. Wegen einer Wadenverletzung nicht dabei ist auch Hollands Rafael van der Vaart – und weiterhin Fragezeichen zu setzen sind hinter die Namen von Frankreichs Franck Ribéry und Portugals Cristiano Ronaldo, die beide immer noch angeschlagen sind.

Ballack, Frei, Cañizares

Die WM in Südafrika 2010 verpasste auch der eine oder andere grosse Name verletzungsbedingt. Deutschlands damaliger Captain Michael Ballack etwa verletzte sich im englischen Cupfinal bei einem Duell mit Kevin-Prince Boateng. Die Endrunde fand ohne Ballack statt. Beinahe nicht mit dabei war auch Alex Frei. Der Schweizer Captain verletzte sich im Abschlusstraining im Zürcher Letzigrund am Sprunggelenk und verpasste das erste Gruppenspiel gegen Spanien. Gegen Chile und Honduras konnte Frei spielen. Zwei Jahre zuvor bei der Heim-EM hatte Frei weniger Glück: Er verletzte sich zum Auftakt gegen Tschechien und fiel verletzt aus.

Auf kuriose Art verpasste Santiago Cañizares die WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea. Der spanische Goalie wäre die Nummer 1 gewesen, doch er kam nicht zum Einsatz. Im Bad des Teamhotels fiel Cañizares ein Fläschchen Aftershave auf den Boden und zersplitterte. Eine Scherbe bohrte sich in seinen Fuss und durchtrennte ihm eine Sehne.

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