Alcopop ohne Sondersteuer
Aktualisiert

Alcopop ohne Sondersteuer

In der Schweiz kommt ein neues Alcopop-Produkt auf den Markt, welches weniger Zucker enthält als die bisher bekannten Getränke dieser Art.

Damit kann die dieses Jahr eingeführte Sondersteuer für alkoholhaltige Limonaden umgangen werden.

Die neuen Bestimmungen schreiben vor, dass für Alcopops mit einem Zuckergehalt von mehr als 50 Gramm pro Liter eine viermal höhere Steuer als für normale Spirituosen bezahlt werden muss. Laut Lucien Erard, Direktor der Eidg. Alkoholverwaltung, sind solche Sondersteuern ein gutes Mittel, um die Alkoholkonsum zu reduzieren.

Für Alcopops mit einem Zuckergehalt unter diesem Wert gilt die neue Steuer nicht. Dies allein aber war für die Firma Diageo nicht der einzige Grund, ein neues Getränk mit weniger Zucker auf den Markt zu bringen.

Diageo wolle damit auch der Nachfrage nach leichteren Getränken nachkommen, sagte Marco Faes von der Firma Diageo zu einer entsprechenden Meldung der Westschweizer Zeitung «Le Matin». Die Einführung der Sondersteuer habe die Lancierung beschleunigt.

Diese Steuererhöhung war aus Gründen des Jugendschutzes beschlossen worden, weil Alcopops unter Jugendlichen zum eigentlichen Renner geworden sind. In Frankreich zeigte eine ähnliche Steuererhöhung Wirkung, da sie praktisch zum Zusammenbruch des Alcopop-Marktes führte.

Der Alcopop-Markt in der Schweiz ist bereits letztes Jahr vor der Einführung der Sondersteuer zurückgegangen. Nachdem im Jahr 2002 40 Millionen Fläschchen umgesetzt wurden, waren es im letzten Jahr 15 Millionen weniger.

Die Alcopop-Steuer ist am 1. Februar in Kraft getreten. Weil Ende 2003 noch grosse Mengen Alcopops importiert wurden, werden die Preiserhöhungen für die Konsumenten erst jetzt spürbar.

(sda)

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