Offensive: Aldi möbelt sich für 70 Millionen Franken auf
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OffensiveAldi möbelt sich für 70 Millionen Franken auf

Nach Lidl frischt auch Aldi seine Filialen für rund 385'000 Franken pro Standort auf. Zudem will der Discounter 120 neue Schweizer Läden.

von
S. Spaeth
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Aldi baut für 70 Millionen Franken seine Filialen um. Von der Auffrischung profitiert unter anderem der Bereich mit Gemüse und Früchten.

Aldi baut für 70 Millionen Franken seine Filialen um. Von der Auffrischung profitiert unter anderem der Bereich mit Gemüse und Früchten.

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So soll demnächst die Aldi-Kühltheke aussehen.

So soll demnächst die Aldi-Kühltheke aussehen.

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Bis Ende 2017 will der Discounter all seine Standorte mit dem neuen Konzept versehen haben.

Bis Ende 2017 will der Discounter all seine Standorte mit dem neuen Konzept versehen haben.

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Stimmungsbilder von Schweizer Landschaften an den Wänden und Bildschirme, die über Aktionen informieren: Nur drei Wochen nachdem Lidl Schweiz in Winterthur seinen ersten Laden mit dem neuen Konzept vorgestellt hat, geht auch die Konkurrenz in die Offensive. Aldi investiert 70 Millionen Franken in die Modernisierung seiner derzeit 181 Schweizer Standorte, wie der Detailhändler mitteilt.

Die Firma schreibt, nach einer erfolgreichen Testphase werde das neue Ladendesign auf alle Filialen ausgedehnt. Aufgewertet wird beispielsweise der Convenience-Bereich, die Bäckerei sowie die Abteilung Obst und Gemüse. Zudem werden nach dem Umbau an der Decke angebrachte Bereichsschilder und sogenannte Farbwelten für bessere Orientierung sorgen. Neu begrüsst Aldi seine Kunden zudem mit grossen Bildschirmen und macht über Screens statt Plakate auf Aktionen aufmerksam. Bis Ende 2017 will Aldi alle Läden mit dem neuen Konzept ausgestattet haben.

Lidl investierte etwas weniger pro Laden

Der Kampf der deutschstämmigen Harddiscounter in der Schweiz geht damit in die nächste Runde. Bereits vor Aldi hat Lidl damit begonnen, seine Filialen aufzufrischen. Der Detailhändler kündigte im Sommer 2015 an, 30 Millionen Franken in die Modernisierung zu stecken. Pro Filiale beliefen sich die Investitionen im Schnitt auf 310'000 Franken. Zum Vergleich: Bei Aldi macht die 70-Millionen-Investition auf die einzelnen Filialen ausgerechnet rund 385'000 Franken aus. «Die Aufträge werden grösstenteils an Schweizer Handwerksbetriebe vergeben», betont Aldi.

Als Reaktion auf Lidl will Aldi die Umbaupläne nicht gelten lassen. «Dass Lidl die Filialumgestaltung vor uns angekündigt hat, ist reiner Zufall, da beide Unternehmen permanent an einer Weiterentwicklung arbeiten», sagt ein Aldi-Sprecher.

Die ersten Standorte im neuen Aldi-Loook sind die Filialen in Winterthur-Töss und der Ende Mai eröffnete zweite Standort in Zürich-Oerlikon. Alle neu geplanten Läden, darunter auch die Aldi-Pendler-Filiale an der Nordseite des Zürcher Hauptbahnhofs, werden mit den neuen Stil-Elementen ausgestattet. Die Ausbau-Offensive hat Aldi laut eigenen Angaben bereits im letzten Jahr mit den Frischbackstationen eingeleitet.

Ziel sind 300 Filialen in der Schweiz

Mit der Umbau-Offensive bekennt sich Aldi auch zu seinen Expansionsplänen. Aldi-Suisse-Chef Timo Schuster hat sich laut der Mitteilung zum Ziel gesetzt, das Filialnetz in den nächsten Jahren auf 300 Standorte auszuweiten. Auf einen Zeitpunkt fürs Erreichen des Ziels will sich Aldi wegen externer Faktoren wie verfügbare Flächen und Einsprachen nicht festlegen. Der Detailhändler betont allerdings, dass es sich bei den 300 Standorten um ein langfristiges Ziel handle.

Ob Aldi künftig verstärkt auf städtische Filialen setzt oder welche Region vom Harddiscounter am stärksten ins Visier genommen wird, wollte der Sprecher nicht sagen. Er hält aber fest, dass städtische Gebiete interessante Perspektiven bieten.

Nachfrage für zwanzig Aldi-Läden in Zürich

Die Suche nach Standorten an guten Lagen in den Städten wird für Aldi nicht einfach , denn geeignete Flächen sind rar. Das räumte Aldi-Suisse-Chef Timo Schuster letztes Jahr im Interview mit 20 Minuten ein: «Die Nachfrage ist gerade in den Ballungszentren sehr gross.» Auf Zürcher Stadtgebiet gebe es schon morgen eine genügend grosse Nachfrage für zwanzig Aldi-Standorte. Die Expansion sei in Zürich aber viel schwieriger als in anderen Regionen.

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