Migros-CEO: «Aldi und Lidl hätten Mühe»
Aktualisiert

Migros-CEO«Aldi und Lidl hätten Mühe»

Eine Studie zeigt: Migros ist neu die stärkste Marke der Schweiz. Aldi und Lidl konnten der Marke laut CEO Herbert Bolliger nichts anhaben.

von
Lorenz Hanselmann
Migros-CEO Herbert Bolliger: «Die Werbung mit dem Huhn wurde sogar im Libanon kopiert.» (Nicolas Y. Aebi)

Migros-CEO Herbert Bolliger: «Die Werbung mit dem Huhn wurde sogar im Libanon kopiert.» (Nicolas Y. Aebi)

Gratulation! Warum ist Ihre Marke so stark?

Herbert Bolliger: Die Auszeichnung freut uns sehr. Sie kommt aber nicht von ungefähr: Wir sind das Schweizer Unternehmen schlechthin. Wir gehören den Schweizern, wir stehen für Schweizer Werte wie Tradi­tion, Zuverlässigkeit, aber auch fürs Familiäre. Unser soziales, ökologisches und kulturelles Engagement ist seit Jahrzehnten vorbildlich. Man kann den ersten Platz aber schnell verlieren. Das zeigt sich jetzt etwa bei BP.

Laut der Studie gewinnt Migros in der Krise, Coop hingegen, wenn es wirtschaftlich läuft ...

In der Krise schauen die Konsumenten mehr aufs Portemonnaie. Und sie wissen, dass sie in der Migros für ihr Geld den besten Gegenwert bekommen.

Aldi und Lidl haben Ihrer Marke offenbar nicht geschadet.

Sie hätten Mühe, eine solche Position wie wir zu erreichen. Als deutsche Discounter können sie das Schweizerische weniger gut abdecken. Sie hatten zwar den Startbonus, dass sie frischen Wind in den Markt bringen. Vielleicht wurden wir aber auch belohnt, weil wir ihren Angriff gut pariert haben. Der jüngste grosse Preisvergleich des Konsumentenmagazins «A bon entendeur» zeigt, dass die Migros gleich günstig ist wie die beiden Hard­discounter, unser Hauptkonkurrent jedoch teurer.

Wie wichtig war die Werbung?

Sehr wichtig. Ich musste stets über den Spot mit dem Huhn schmunzeln, das vom Land kommt und in der Migros ein Ei legt. Solche Werbung macht Migros sympathisch und wurde sogar im Libanon kopiert.

Wo können Sie sich noch verbessern?

Ein grosses Thema ist das Sortiment. Es muss gross genug, aber trotzdem nicht zu gross sein. Im Appenzell hatten wir einmal 36 Speiseöle im Gestell. Das war zu viel. Wir haben sie auf 20 reduziert – ohne dass sich der Umsatz deswegen verändert hätte. Und bei den Innovationen können wir noch Boden gutmachen.

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