Aktualisiert 06.12.2014 13:52

FC Luzern

Alex Frei nimmt den Hut

Der FC Luzern spielt am Samstag noch gegen den Leader Basel. Doch das scheint Nebensache zu sein: Alex Frei tritt nach der Partie als Sportchef des FCL zurück.

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Die Karriere von Alex FreiAm 6. Dezember 2014 nimmt Frei den Hut als Sportchef des FC Luzern. Der zweifache Familienvater wechselt in den Trainerstaff im FCB-Nachwuchs und arbeitet an seinen Trainerdiplomen. Nebenbei kickt er bei den Senioren des FC Biel-Benken.

Die Karriere von Alex FreiAm 6. Dezember 2014 nimmt Frei den Hut als Sportchef des FC Luzern. Der zweifache Familienvater wechselt in den Trainerstaff im FCB-Nachwuchs und arbeitet an seinen Trainerdiplomen. Nebenbei kickt er bei den Senioren des FC Biel-Benken.

Keystone/Sigi Tischler
Am 21. Oktober 2013 darf der Nati-Rekordtorschütze am Fifa-Hauptsitz in Zürich die Barrage- Begegnungen in der WM-Qualifikation 2014 ziehen.

Am 21. Oktober 2013 darf der Nati-Rekordtorschütze am Fifa-Hauptsitz in Zürich die Barrage- Begegnungen in der WM-Qualifikation 2014 ziehen.

Keystone/Steffen Schmidt
Am Tag nach seinem Abschied beim FCB startet Frei als Sportchef des FC Luzern.

Am Tag nach seinem Abschied beim FCB startet Frei als Sportchef des FC Luzern.

Keystone/Alexandra wey

Alex Frei tritt als Sportchef des FC Luzern zurück. Der FCL bestätigte die Entwicklung um Frei nicht. Der Betroffene selber mochte sich unmittelbar vor der letzten Super-League-Partie der Vorrunde gegen den FC Basel ebenfalls nicht äussern: «Kein Kommentar.» Es ist aber wohl damit zu rechnen, dass die Trennung nach knapp 20-monatiger Zusammenarbeit nicht mehr abzuwenden ist. Derweil der Klub sportlich seit Wochen an Ort und letzter Stelle tritt, ist Frei vermehrt unter Beschuss geraten.

Auf die teilweise über verschiedene Medienkanäle gestreute Kritik aus der Ecke der Investoren reagierte der junge Sportchef vor zwei Wochen in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» mit einer provokativen Aussage: «Ich wusste, dass der FCL ein Haifischbecken ist. Aber mir war nicht bewusst, dass so viele Haie darin schwimmen.» Insider interpretierten Freis Äusserung als bewussten (Gegen-)Angriff gegen den früheren Präsidenten Walter Stierli.

Intensive Wortmeldungen

Manche vermuten, dass Stierli im Hintergrund bewusst gegen Frei politisierte und so die Arbeit des Rekord-Torschützen der Nationalmannschaft spürbar beeinträchtigte. Als zweitgrösster Aktionär neben Bernhard Alpstaeg ist Stierli in der Innerschweiz nach wie vor ein einflussreicher Key-Player.

Am 15. April - einen Tag nach seiner Derniere als Basel-Professional - trat Frei seinen Job in der Teppichetage des FCL an: «Den Mutigen gehört die Welt.» In der ersten Saison führte er den Klub ins europäische Geschäft. Nach einem von den Geldgebern verordneten Sparprogramm musste Frei dann aber zurückbuchstabieren. Er fasste den Auftrag, das Team erheblich umzubauen. Die Rechnung ging nicht auf. Luzern reihte eine Enttäuschung an die nächste. Ausgerechnet aus dem Umfeld Stierlis, das weniger Mittel zur Verfügung stellte, wurden die Wortmeldungen intensiver, die Freistellung von Carlos Bernegger folgte.

Die Entlassung jenes Trainers, auf den Frei gesetzt hatte, beschleunigte den Negativprozess zusätzlich. Unter dem deutschen Nachfolger Markus Babbel stabilisierte sich die Lage nicht - Luzern taumelt weiter, ein Jahr nach dem temporären Höhenflug (Platz 2 nach der Vorrunde) droht der Fall in die Zweitklassigkeit - und Frei das vorzeitige Out beim FCL.

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