Vor Wahl: Algerien zensiert französische Medien

Aktualisiert

Vor WahlAlgerien zensiert französische Medien

Der internationale Journalistenverband Reporter ohne Grenzen (RSF) hat gegen die Zensur französischer Medien in Algerien protestiert.

Wegen Vorberichten zur Präsidentenwahl am Donnerstag hätten das Sonntagsblatt «Le Journal du Dimanche» sowie die Magazine «L'Express» und «Marianne» in Algerien nicht erscheinen dürfen, berichtete RSF am Mittwoch. «Diese Zensur ist ein Skandal. Sie leugnet die Pressefreiheit und damit die Demokratie.»

Präsident Abdelaziz Bouteflika gilt als absoluter Favorit bei der Wahl. Grosse Oppositionsparteien boykottieren die Abstimmung. Als Stimmungsbarometer wird die Zahl der Nichtwähler gesehen.

Kritische Auseinandersetzung

Der «Express» hatte sich mit Bouteflika kritisch auseinandergesetzt («Abdelaziz und die Seinen»), ebenso «Marianne» mit dem Artikel «Bouteflika, der letzte Sultan». Das «Journal du Dimanche» hatte seinen Bericht überschrieben mit: «Die Algerier wählen. Die Verzweiflung der Urnen.»

Zuvor hatte schon die Zeitschrift «Afrique Magazine» nicht erscheinen können, weil sie den Artikel «Algerien: Dämmerung der Generäle» enthielt.

(sda)

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