Neu im Kino: Alice sucht den Super-Zombie
Aktualisiert

Neu im KinoAlice sucht den Super-Zombie

Eine wahre dreidimensionale Schlachtplatte: In «Resident Evil - Afterlife 3D» jagt Actionheldin Milla Jovovich zum vierten Mal Untote.

von
Birgit Roschy

Alle Menschen sind Zombies geworden. Alle Menschen? Nein. Die unbeugsame Alice hört nicht auf, Untoten eins auf die Glocke zu geben. Und dies zum Vergnügen zahlloser Fans und zum Dauerverdruss von Kritikern. Weil die Welt gross ist und in versteckten Winkeln immer neue virusfreie Widerstandsnester zu finden sind, geht die «Resident Evil»-Dauerwurst am 16. September in die vierte Runde. Wie die Vorgänger ist auch «Resident Evil: Afterlife» technisch auf dem Quivive und jetzt in 3D gedreht.

Dass muss der Neid Regisseur Paul W. S. Anderson lassen: So effektvoll wie in diesem Horrorthriller, der überdies stilbewusst zwischen melancholisch-postapokalyptischem «Shabby Chic» und grafischer Computerspiel-Ästhetik balanciert, wurde die dritte Dimension bis jetzt noch kaum eingesetzt. Pistolen, Messer, Hellebarden und anderes Gerät ragt in der ab 16 Jahren freigegebenen Schlachtplatte plastisch in die Leinwand oder in den Kinosaal. Vor fotogen gestaffeltem Hintergrund demonstriert Alice monumentale Kampfsportkünste und haarsträubende Stürze von Wolkenkratzern.

Resident Evil: Afterlife

Inhaltlich wird in einer selbst für ein B-Movie aussergewöhnlichen Nonchalance auf eine logische Handlung gepfiffen. Alice, Ex-Angestellte der Umbrella-Corporation, aus deren Labors das Zombie-Virus entwischte, unternimmt mittels Klon-Verstärkung eine Attacke auf eine unterirdische Filiale des Konzerns. Sechs Monate später fliegt sie auf der Suche nach Arcadia, einem Ort, in dem sich Überlebende versammelt haben, an der US-Westküste entlang. Unterwegs sammelt sie ihre alte Kampfgenossin Claire (Ali Larter) auf und findet in L.A. weitere Überlebende, die sich gegen die anbrandenden Zombiehorden in einem Gefängnis verschanzt haben.

Erweiterte Monster-Produktpalette

Nichts wirklich Neues also, ausser dass Ober-Amazone Milla Jovovich, ohne deren tolles Gesicht die seit acht Jahren die Kinos heimsuchenden Videospielverfilmungen nie so erfolgreich geworden wären, züchtiger auftritt. Weitere Darsteller sind aus früheren Fortsetzungen bekannt. Die Zombie-Optik aber morpht in Richtung der Untoten-Konkurrenz; der Oberbösewicht verbirgt hinter seiner «Matrix»-Sonnenbrille rötlich schimmernde Augen à la «Twilight»-Vampiren. Und die Untoten, die etwas schlauer als sonst wirken, weisen mehrere Reihen Fangzähne auf. Einer von ihnen, ein Superzombie, ähnelt dagegen den mutierten «Herr der Ringe»-Orks.

«Anything goes» in der erweiterten Zombie-Produktpalette, in der auch Hunde verstärkte Beisser bekommen; daneben serviert Anderson, der auch das Drehbuch schrieb und mit der Hauptdarstellerin verheiratet ist, im 3-Minuten-Takt rasante Action. Der computeranimierte Reisser, den der deutsche Filmmogul Bernd Eichinger produziert hat, kostete mit 60 Millionen Dollar mehr als je zuvor, liegt aber in den USA und anderen Ländern, in denen er bereits gestartet ist, auf Platz 1 und hat bereits 73 Millionen eingespielt. «Für Paul und mich sind das echt lustige Filme», sagt Ex-Model Jovovich und sieht froh der nächsten Fortsetzung entgegen.

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