Alitalia: Hungerstreik gegen Stellenabbau

Aktualisiert

Alitalia: Hungerstreik gegen Stellenabbau

Erzürnte Mitarbeiter der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia haben mit einem turnusmässigen Hungerstreik aus Protest gegen die geplante Streichung von 5000 Arbeitsplätzen begonnen.

«Gegen den Stellenabbau und die Zerstückelung der Fluggesellschaft wollen wir mit einer geschlossenen Mobilisierung reagieren. Das Management will ein Viertel der Belegschaft aushungern und wir reagieren mit einem Hungerstreik», sagte ein Sprecher der Belegschaft.

Wütende Mitarbeiter der Fluggesellschaft erklärten sich zu einer Blockade der Pisten bereit, um den Flugverkehr in Italien lahm zu legen. Sie beschuldigten die Regierung, Alitalia in die Insolvenz treiben zu wollen, um freie Hand bei der Kündigung des Personals zu haben.

Keine Überlebenschance

«Mit dem Sanierungsplan, der uns (am Montagabend) vorgestellt wurde, will man Alitalia zerstören. Mit einem Viertel des Personals weniger hat Alitalia keine Überlebenschancen», sagte Isla Cavallaro, Sprecherin des Gewerkschaftsverbands Sulta.

Die Gewerkschaften beschuldigten das Alitalia-Management, einen Sanierungsplan verfasst zu haben, der nur Kosteneinschränkungen, aber keine Strategie für einen Neubeginn des Konzerns vorsehe. «Dieser Plan muss geändert werden. Uns muss klar sein, welche Zukunft Alitalia vor sich hat», betonte der Chef des Gewerkschaftsverbands Cisl, Savino Pezzotta.

Die Gewerkschaften forderten die Regierung auf, sich aktiv zur Rettung der Fluggesellschaft einzusetzen und die Verhandlungen um die Zukunft der Airline nicht allein dem Management zu überlassen. Das römische Schatzministerium ist mit einem 62 Prozent-Anteil Mehrheitsaktionär der Fluggesellschaft.

Der Plan

Der Sanierungsplan sieht vor, dass 450 Piloten- und 1050 Steward- Jobs gestrichen werden. 70 Stellen sollen beim Bodenpersonal gekürzt werden. Der Rest der Jobkürzungen betrifft Mechaniker sowie Mitarbeiter im Marketing- und im Cargo-Bereich.

Eine Einigung auf den Sanierungsplan ist Voraussetzung dafür, dass die italienische Regierung und die EU-Kommission einem Übergangskredit von 400 Mio. Euro für das Unternehmen zustimmen. Ohne dieses Geld kann Alitalia nach eigenen Angaben die Löhne und Gehälter nur noch bis Ende September zahlen.

Die Alitalia-Aktien an der Mailänder Börse gerieten nach der Vorstellung des Plans erneut unter Druck. Die Aktie verlor 1,48 Prozent ihres Wertes und sank auf 0,219 Euro. Am Montagabend hatte die Aktien noch um 8 Prozent zugelegt.

(sda)

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