Alitalia: Italiens Regierung mit den Angeboten zufrieden
Aktualisiert

Alitalia: Italiens Regierung mit den Angeboten zufrieden

Die italienische Regierung reagiert positiv auf die Vielzahl von Angeboten für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia. Die Aktienmärkte ebenfalls, die Aktie notiert heute im Plus.

«Die zahlreichen Interessenserklärungen beweisen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben», sagte Wirtschaftsminister Tommaso Padoa Schioppa im Gespräch mit Journalisten am Dienstag.

Das starke Interesse für das Alitalia-Paket, das die Regierung zur Privatisierung verkauft, beflügelte die Aktien der angeschlagenen Fluggesellschaft an der Mailänder Börse. Am Dienstag kurz nach Börsenstart legten die Papiere um 4 Prozent zu.

Für die Alitalia gibt es elf Interessenten; die Bieterfrist war am Montag abgelaufen.

Auch Verkehrsminister Alessandro Bianchi zeigte sich zufrieden: «Elf Gebote sind viel, es wird bestimmt zu einer Auswahl kommen müssen. Wir sind zuversichtlich, dass wir Gruppen finden werden, die sich auf finanzieller und industrieller Ebene für Alitalias Rettung einsetzen wollen.»

Air France KLM will nicht

Zu den Bietern für Alitalia zählen die US-Finanzinvestoren Texas Pacific und die Investmentabteilung der BA-CA-Mutter Unicredit. Die als potenzieller Bieter gehandelte Fluglinie Air France KLM hat jedoch abgewunken. Die Bedingungen hätten nicht gestimmt, hiess es.

Laut Regierungsangaben hat auch die Finanzinvestorengruppe Management & Capitali des Grossindustriellen Carlo De Benedetti sowie die AP-Holding von Carlo Toto ihr Interesse zum Ausdruck gebracht.

Nach eigenem Bekunden ist auch der bisher kaum in Erscheinung getretene Investor Paolo Alazraki mit im Rennen. Er arbeitet mit 16 weiteren Investoren an einem Übernahmeangebot und will Garantien über 100 Mio. Euro von einem US-Fonds haben.

Über 30 Prozent angeboten

Der italienische Staat will angesichts der anhaltenden Verluste einen Grossteil seines 49,9-prozentigen Alitalia-Pakets abgeben, zum Verkauf stehen mindestens 30,1 Prozent.

Ein Käufer für diesen Anteil wäre auf Grund der gesetzlichen Bedingungen gezwungen, auch ein Gebot für den Gesamtkonzern vorzulegen. Die angeschlagene Airline hatte 2002 zum letzten Mal einen Gewinn erwirtschaftet. Ihr setzte unter anderem die scharfe Konkurrenz von Billig-Fliegern und hohe Treibstoffkosten zu.

Für das abgelaufene Jahr schätzt Alitalia den Verlust auf etwa 380 Mio. Euro. Das ist deutlich mehr als die zuletzt erwarteten 221 Mio. Euro. (sda)

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