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Alkohol am Steuer: Dichtung und Wahrheit

Nicht alles, was an Stammtischen zum Thema «FiaZ» – Fahren in angetrunkenem Zustand – erzählt wird, stimmt.

Eines vorweg: Alkohol am Steuer ist nie gut! Aber verliert man das «Permis» auch schon, wenn man betrunken zum Auto torkelt, um seine Jacke zu holen, und dabei von der Polizei erwischt wird?

Quatsch! Betrunken ein Auto öffnen ist kein Vergehen! Ebenfalls ist es erlaubt, im Auto seinen Rausch auszuschlafen. Tipp: den Zündschlüssel auf keinen Fall ins Schloss stecken! Zwar gilt in der Rechtspraxis erst ein laufender Motor als eindeutiger Fahrwille, aber je nach Fall kann auch schon eine eingeschaltete Zündung zu Diskussionen führen. Wer also im parkierten Auto ausnüchtern will, verzichtet besser auf Heizung, Lüftung und Musik.

Aber die Polizei nicht für zu blauäugig halten! Abenteuerlich und an komischen Orten parkierte Autos oder ein noch warmer Motor sind verräterische Indizien dafür, dass mit dem betreffenden Auto ziemlich sicher fahrenderweise ein Plätzchen zum Ausschlafen des Rausches gesucht worden ist.

Dann heissts: antreten zum Atemtest. Der darf frühestens 20 Minuten nach dem letzten Schluck Alkohol angeordnet werden. Und ergibt der definitive Wert einen Blutalkoholgehalt von 0,49 Promille, so ist das zwar schlecht, aber gerade noch erlaubt. Denn entgegen der weit verbreiteten Meinung gehts mit diesem Wert nicht zum Bluttest. Dieser wird in der Regel angeordnet, wenn der tiefere Wert von zwei Atemtests über 0,8 Promille liegt, wenn der Lenker einen Wert zwischen 0,5 und 0,8 nicht anerkennt, wenn die Differenz aus zwei Atemtests zweimal mehr als 0,1 beträgt, wenn ein Atemtest nicht möglich ist oder wenn Hinweise auf Fahrunfähigkeit anderer Art bestehen.

Und schliesslich: Riskiere ich den Ausweis auch als Beifahrer, wenn ich (betrunken oder nicht) mit einem angetrunkenen Lenker mitfahre? Nein, das ist nicht strafbar, aber die Versicherung kann bei einem Unfall wegen Grobfahrlässigkeit Leistungen kürzen.

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