Alkohol aus dem Beutel: Alterskontrolle umgangen
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Alkohol aus dem Beutel: Alterskontrolle umgangen

Alkohol aus der Packung ist der neuste Trend. Fachleute sehen die Alkoholprävention unterwandert.

Die Devilbags sehen harmlos aus – wie kleine Kaugummitütchen: «Reiss mich auf und nimm mich», schmachtet darauf ein neckisches, rotes Teufelchen den Käufer an. Der Inhalt hat es dann aber in sich: 20 ml Rum, Wodka, Gin, Cognac oder Whiskey mit einem Alkoholgehalt von mindestens 36 bis 40 Prozent.

Angepriesen werden die Devilbags auf der gleichnamigen Website damit, dass man seinen Lieblingsdrink so auch im Ausgang günstig selber mixen kann: «Cola oder Orangensaft bestellen, Tüte aufreissen und ins Glas füllen». Moralische Bedenken hat Website-Betreiber Max Ruchti keine: «Die Devilbags sind ein lustiges, trendiges Gadget.» Ein Devilbag gibt es im Internet ohne Alterskontrolle zum Preis von 2.50 Franken. Billiger, für 1.95 Franken, sind sie schweizweit in Aperto-Shops erhältlich.

«Die Devilbags sind unethisch», schimpft dafür Michel Graf, Direktor der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme. Sie würden jeglicher Suchtprävention für Alkohol bei Jugendlichen zuwiderlaufen. Graf: «Es ist bedauerlich, dass diese Portionierung nicht verboten ist.»

Christian Degen

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