Alkohol für Jugendliche - Busse in jedem Fall
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Alkohol für Jugendliche - Busse in jedem Fall

Da wird eine Gesetzeslücke geschlossen: Der Kauf von Alkohol für Jugendliche wird im Kanton Zürich bald mit Bussen bis zu 50 000 Franken geahndet.

«Sorry – ohne Ausweis kein Alkohol.» Rotzfrech grinst der angesprochene Junge der Verkäuferin ins Gesicht und sagt: «Wenn Sie mir das Bier nicht geben, schick ich halt den älteren Bruder.» Bislang hatte die Polizei keine Handhabe gegen Erwachsene, die für Jugendliche den Schnapsboten spielten.

Im neuen Gesundheitsgesetz, das noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, soll diese Lücke nun geschlossen werden. «Die Abgabe von Alkohol an Personen unter 16 Jahren oder gebrannten Wassern an Personen unter 18 Jahren ist auch dann verboten, wenn sie kostenlos erfolgt und kann mit einer Busse geahndet werden», bestätigt Roland Stähli, Präventionsbeauftragter des Kantons Zürich. Diese kann zukünftig im Extremfall bis zu 50 000 Franken betragen.

Die Anpassung sei dringend nötig: «Trotz Verkaufsverbot und strengen Kontrollen werden bedenklich viele Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Spital behandelt, irgendwoher müssen sie die Getränke ja haben.» Künftig könnten diese Jugendlichen befragt werden, wer ihnen den Alkohol besorgt hat. So hoffe man, den Übeltätern auf die Schliche zu kommen.

Weitere Massnahmen hat das Blaue Kreuz Zürich diese Woche mit der Stadtpolizei diskutiert. «Im Sinne der Prävention sind wir sehr froh um diese Anpassung», sagt Geschäftsführer Stephan Kunz. Wichtig sei nun, dass an neuralgischen Punkten wie zum Beispiel dem HB Kontrollen durchgeführt werden.

Alexandra Roder

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