Wundersame Wandlung: Alkohol macht schwul
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Wundersame WandlungAlkohol macht schwul

Alkohol macht anhänglich. Und er sorgt dafür, dass sich heterosexuelle Männer in betrunkenem Zustand eher zu Geschlechtsgenossen hingezogen fühlen.

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Interessieren sich heterosexuelle, alkoholisierte Menschen auch für Menschen des eigenen Geschlechts? Das haben US-Forscher untersucht.

Interessieren sich heterosexuelle, alkoholisierte Menschen auch für Menschen des eigenen Geschlechts? Das haben US-Forscher untersucht.

Flickr.com/Gemma Amor/CC BY 2.0
Ergebnis: Während einige Frauen nüchtern an manchen Männern erst gar kein Interesse hatten, wuchs das Interesse mit mehr Alkohol. Aber ganz egal, ob sie Fotos von Männern oder von Frauen sahen – je mehr Alkohol sie getrunken hatten, desto höher wurde ihr sexuelles Interesse.

Ergebnis: Während einige Frauen nüchtern an manchen Männern erst gar kein Interesse hatten, wuchs das Interesse mit mehr Alkohol. Aber ganz egal, ob sie Fotos von Männern oder von Frauen sahen – je mehr Alkohol sie getrunken hatten, desto höher wurde ihr sexuelles Interesse.

Sonja Flemming
Bei Männern sieht das anders aus: Sie waren grundsätzlich immer an Frauen interessiert. Doch je mehr sie tranken, desto mehr interessierten sie sich auch für das eigene Geschlecht.

Bei Männern sieht das anders aus: Sie waren grundsätzlich immer an Frauen interessiert. Doch je mehr sie tranken, desto mehr interessierten sie sich auch für das eigene Geschlecht.

Flickr.com/thefuturistics/CC BY 2.0

Von wem fühlen sich heterosexuelle Menschen angezogen, wenn sie einen sitzen haben? Das wollten Forscher um Julie C. Herbstrith von der Western Illinois University wissen und befragten 51 Männer und 32 Frauen vor Bars in den USA.

Sie zeigten ihnen dafür Fotos, die Männer und Frauen allein in Bars zeigten. Danach mussten die Teilnehmer ihr sexuelles Interesse an den Personen bewerten.

Hemmungslos ab zehn Gläsern

Bei Frauen zeigte sich dabei mit steigendem Alkoholisierungsgrad kein verändertes Interesse an möglichen Geschlechtsverkehrs-Partnern, berichten die Forscher im «Journal of Social Psychology». Sie seien lediglich alkoholisiert von Männern sexuell angezogen worden, die sie nüchtern noch nicht interessiert hatten.

Ganz anders aber bei Männern. Die Studienersteller kamen nämlich zu der provokanten These: «Je mehr Männer trinken, desto schwuler werden sie.» Je mehr Alkohol die befragten heterosexuellen Männer nämlich intus hatten, desto stärker war ihr sexuelles Interesse an anderen Männern.

Bei einer Menge von zehn Gläsern Bier oder vergleichbaren Mixgetränken fanden sie Frauen und Männer sogar sexuell gleich anziehend.

Kulturell bedingt

Warum das so ist, wollen die Studienersteller nun weiter erforschen. Eine ihrer Thesen ist, dass Alkohol Hemmungen vergessen lässt und dadurch die Bereitschaft sinke, nur das zu tun, was von einem «erwartet werde».

Das sei auch kulturell bedingt, denn die USA würden viel eher gleichgeschlechtliche oder bisexuelle Partner bei Frauen als bei Männern akzeptieren.

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