Aktualisiert 03.12.2006 20:50

Alkohol- und Raserexzesse auf den Strassen

Raser und Blaufahrer verursachten am Wochenende auf den Schweizer Strassen zahlreiche spektakuläre Unfälle. Im Wallis fuhr ein alkoholisierter Autofahrer ein Ehepaar auf dem Fussgängerstreifen tot.

Laut Polizeimitteilungen wurden seit Freitagabend zahlreiche angetrunkene Autofahrer ertappt. Mehrere spektakuläre Verkehrsunfälle gingen relativ glimpflich aus.

Der folgenschwere Blaufahrer-Unfall hatte sich am vergangenen Freitagabend in Conthey im Unterwallis ereignet. Um 21.20 Uhr war ein 36-jähriger Walliser mit seinem Wagen von Erde Richtung Kreuzung Pont-de-la-Morge gefahren, als das Ehepaar bei einem Restaurant die Strasse überquerte. Das Auto kollidierte mit dem Ehepaar. Die Eheleute im Alter von 74 und 77 Jahren waren sofort tot. Ein Atemlufttest beim Autofahrer war positiv.

Alkoholisierte waren auch anderswo unterwegs. In Oberriet im St. Galler Rheintal stellte die Grenzwacht einen betrunkenen Autofahrer, der sich kaum auf den Beinen halten konnte. Der 23-jährige Deutsche hatte in Österreich ein Auto für eine Spritztour entwendet und besass keinen Fahrausweis. Betrunken und trotz unbefristetem Führerausweisentzug unterwegs war auch ein 25-jähriger Schweizer in Gossau (SG). Bei Mörschwil (SG) wurde ein 22-jähriger Autolenker gestellt, der auf der Autobahn A1 zwischen St. Gallen und St. Margrethen ein Rad verloren hatte und auf drei Rädern weiterfuhr. In Lausanne wurden am frühen Samstagmorgen drei angetrunkene Autofahrer angehalten.

Bei einem Selbstunfall zwischen Gossau und Flawil haben sich am frühen Sonntagabend ein Autofahrer und seine Mitfahrerin schwere Verletzungen zugezogen. Der Mann war gemäss Polizeiangaben viel zu schnell unterwegs.

In einer Linkskurve im Bereich Isenhammer verlor der Lenker die Kontrolle über sein Auto und kam von der Strasse ab. Das Fahrzeug durchbrach einen Zaun und schlitterte die angrenzende Böschung hinunter. Dort wurde es durch Bäume aufgefangen, bevor es in einen Bach stürzen konnte.

Der 33-jährige Personenwagenlenker und seine 21-jährige Mitfahrerin wurden im Fahrzeug eingeklemmt und erheblich verletzt. Die Strasse war während drei Stunden gesperrt.

Im Thurgau wurde ein Wagen bei einem Autorennen gegen eine Mauer gefahren. Laut Polizei waren am Freitagabend um 23.30 Uhr zwei Autos in halsbrecherischem Tempo nebeneinander durch Siegershausen gerast, wobei sich fast eine Frontalkollision mit einem dritten Auto ereignete. Kurz darauf krachte ein Raserfahrzeug in Kreuzlingen gegen eine Mauer, drei Männer flüchteten. Im Aargau wurden in den ersten Stunden des Sonntags bei Althäusern 24 von 98 kontrollierten Autos mit mehr als dem erlaubten Tempo 80 ertappt, eines mit 145 km/h.

Verkehrsunfälle betrafen auch die SBB. Am Sonntagmorgen um 04.55 Uhr wurden in Delsberg (JU) zwei Wageninsassen verletzt, als ihr Auto auf einer Bahnüberführung ein Trottoir streifte, ein Geländer durchbrach und etwa sieben Meter in die Tiefe stürzte. Das Auto blieb auf dem Dach zwischen den Geleisen liegen. Der Bahnverkehr war etwa zwei Stunden gestört. In Muttenz bei Basel wurde am Freitagabend ein Lärmschutzelement von einem herrenlosen dänischen Lastwagenanhänger auf die SBB-Geleise geschleudert. Sekunden später überfuhr ein S-Bahn-Zug trotz Schellbremsung mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde (km/h) die Trümmer des Lärmschutzelements. Der Zug wurde stark beschädigt. Etwa 70 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. (dapd)

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