Alkohol- und Tabakkonsum: Prävention greift zu wenig
Aktualisiert

Alkohol- und Tabakkonsum: Prävention greift zu wenig

Schlechte Noten für die Schweizer Alkohol- und Tabakpolitik: Beim Rauchen und Trinken liegen die Eidgenossen weit über dem OECD-Durchschnitt.

Einst war die Schweiz ein Vorbild in Sachen Tabakbekämpfung. Im Vergleich mit anderen Staaten der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) lag der hiesige Anteil Raucher lange deutlich unter dem Durchschnitt.

Dies hat sich inzwischen dramatisch geändert, wie die OECD gestern mitteilte. Während in der Schweiz der Anteil Tabakkonsumenten zwischen 1992 und 2002 lediglich um zwei Prozentpunkte von 28 auf 26 Prozent gesunken sei, hätten Länder wie Australien oder Schweden mehr Erfolg gehabt. Die Schweiz liege heute klar über dem OECD-Durchschnitt.

Nicht besser sieht die Situation beim Alkohol aus: Obwohl sich der Konsum reduziert habe, werde in der Schweiz «deutlich mehr» getrunken als im Schnitt der übrigen westlichen Welt.

Simone Eigenmann-Schüttel, Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit, kennt die Missstände. Für sie ist klar: «Dieser Entwicklung muss mit einer Stärkung der Prävention und einer verbesserten Koordination begegnet werden.»

Nur punkto Fettleibigkeit müssen sich die Eidgenossen nicht verstecken: Bloss acht Prozent der Schweizer sind übergewichtig. In den USA hingegen ist es ein Drittel.

(raf)

Deine Meinung